Anna Holzhauer stellt in der Galerie Januar aus

Einpersonen-Bunker

Unter dem - durchaus ironischen - Titel "Populäre Formen" zeigt Anna Holzhauer, Absolventin der Kunsthochschule Kassel, ab Freitag ihre neusten Arbeiten in der Galerie Januar, Eislebener Straße 3. In Skulpturen, Zeichnungen und anderen Arbeiten setzt sie sich mit Räumen auseinander - und schafft selbst welche, zum Beispiel in Form eines "Einpersonen-Bunkers".

BOCHUM

von von Ronny von Wangenheim

, 08.01.2013, 16:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Anna Holzhauer stellt in der Galerie Januar aus

Vom »Unterstand« aus lässt sich die Galerie Januar anders betrachten.

Anna Holzhauer hat sich für diese Arbeit, die ihre Ausstellung in der Galerie Januar eröffnet, mit Paul Virilios Bunkerarchäologie auseinander gesetzt. Die Kegelform, die auch an russische Matroschkas erinnert, kann als eine Art Schutzraum, als Einpersonen-Bunker verstanden werden. Räume schafft sie auch mit anderen Arbeiten. In eine Ecke hat sie einen „Unterstand“ gebaut. Der Schatten auf der Wand zeigt, dass es kein schützendes Dach gibt, man vielmehr seinen Kopf durch ein Loch steckt und von dieser Warte aus eine neue Sicht auf den Galerieraum hat.

Die Künstlerin, die an der Kunsthochschule Kassel studierte und 2010 das Georg-Meistermann-Stipendium erhielt, zeigt in der Galerie neueste Arbeiten unter dem durchaus ironischen Titel „Populäre Formen“. Im Keller setzt sie wellenförmige Styroporformen auf Böcke, erinnert so an Sand, der vom Wind geformt wird. Der Titel „Strandstücke – die gefräßige Sehnsucht wird nie gestillt“ dient als Assoziationshilfe für dieses Stück abstrakter Landschaft. Ergänzend werden eigenständige Zeichnungen gezeigt, die für die Künstlerin eine Art Festhalten von Ideen und Erinnerungen sind und die Deutung dem Betrachter überlassen. Die Ausstellung wird am Freitag, 11. Januar, 20 Uhr, eröffnet und ist bis zum 21. Februar donnerstags von 17 bis 19 Uhr zu sehen. 2013 wird Anna Holzhauer außerdem noch vom Märkischen Museum Witten in einer Einzelausstellung präsentiert.