Anne-Sophie Mutter nahm Preis der Kulturstiftung Dortmund entgegen

Konzerthaus Dortmund

DORTMUND Stargeigerin Anne-Sophie Mutter hat am Freitagabend im Konzerthaus Dortmund nach einem beeindruckenden Konzert den mit 25.000 Euro dotierten Preis der Dortmunder Kulturstiftung entgegen genommen. Komplimente gab sie an das Haus zurück und kündigte gleich ihren nächsten Auftritt an.

von Von Julia Gaß

, 26.03.2010, 22:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Der Preis für ein Lebenswerk kommt zu früh. Aber besser zu früh als zu spät. Es ist eine große Ehre ihn entgegen nehmen zu dürfen“, dankte die 46-Jährige in einer sehr schönen Rede. Ihr zitronengelbes Kleid vom Konzert hatte die Stargeigerin zum Festessen gegen einen dunkelblauen, eleganten Hosenanzug getauscht. Bis 0.30 Uhr feierte sie fröhlich mit.Die Komplimente gab Anne-Sophie Mutter zurück an ihre Tischnachbarn Ulrich Andreas Vogt, Gründungsintendant des Konzerthauses und Vorstandsmitglied der Kulturstiftung, und Konzerthaus-Intendant Benedikt Stampa: „Sie haben mit diesem Haus ein Lebenswerk geschaffen. Das Konzerthaus hat einen der in Europa ganz seltenen perfekten Räume. Er klingt, als ob meiner Stradivari eine große Stradivari hinzugefügt würde. Ich bin nicht die einzige Künstlerin, für die Auftritte in diesem Saal ein Tourneehöhepunkt sind.“

Die 25,000 Euro Preisgeld fließen in Anne-Sophie Mutters 1997 gegründete Stiftung für hochbegabte junge Künstler. „Wir alle wissen, dass Politiker wenig Interesse an Kultur haben. Das Land der Dichter und Denker braucht private Förderer, um Kultur weiter zu führen“, betonte die Ausnahmekünstlerin. Die Stadt Dortmund war vertreten von Bürgermeisterin Birgit Jörder sowie Kämmerer und Kulturdezernent Jörg Stüdemann.

„Sie sind eine Botschafterin dieses Hauses“, gratulierte Hans-Dieter Michalski, Vorsitzender der Kulturstiftung: „Mit Ihrem Konzert haben Sie uns entrückt und verzaubert.“ Die Jury habe auch Anne-Sophie Mutters Verbundenheit zu Dortmund und ihr karitatives Engagement berücksichtigt, erklärte Michalski bei der Übergabe von Urkunde, Scheck und einem Strauß Maiglöckchen.   „Sie haben sich schon als 13-Jährige in die Herzen und die Schlagzeilen, die ein Wunder ausrufen, gespielt", lobte Laudator und Musikkritiker Jürgen Kesting vor dem Konzert.

Die Kulturstiftung hatte die runden Tische auf  der Komponistenebene festlich eindecken lassen - in dem Foyer, in dem auch eine Tafel an ihr bislang größtes Spendenprojekt, die Konzerthaus-Orgel, erinnert.   Den Preis der Kulturstiftung vergab die 1992 unter dem Patronat der Industrie- und Handelskammer gegründete Stiftung zum siebten Mal. Vorgänger von Anne-Sophie Mutter sind Julia Varady, Jörg Immendorff, Aribert Reimann, Jürgen Partenheimer, Pierre-Laurent Aimard und Otto Piene. Im Herbst soll erstmals ein mit 5000 Euro dotierter Nachwuchspreis vergeben werden.

Anne-Sophie Mutter kommt wieder: Am 24. Januar spielt sie zum fünften Mal im Konzerthaus: mit den Berliner Philharmonikern, die dann ihr Debüt im Konzerthaus geben,  unter der Leitung von Seiji Ozawa. Die Dortmunder Mozart-Gesellschaft präsentiert in der nächsten Saison eine der hochbegabten Schülerinnen der Stargeigerin.

Für das Konzerthaus-Team um Hausdame Elke Stadler war das glanzvoll ausgestaltete Wochenende ein Kraftakt. Die Nacht zu Samstag haben die Mitarbeiter durchgearbeitet: am Samstag folgte das nächste gesellschaftliche Großereignis: die Meisterfeier der Handwerkskammer.