Annett Louisan verzaubert die Jahrhunderthalle

Konzert in Bochum

Es muss nicht immer die große Show sein, damit ein Konzertabend gelingt. Beim Auftritt von Annett Louisan am Donnerstag in der Bochumer Jahrhunderthalle genügten ihre wunderbare Stimme und ihre verträumt-poetischen Texte für einen atmosphärischen Ausflug in die Welt der Träume, der Liebe und der Melancholie.

BOCHUM

, 16.03.2017, 23:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Annett Louisan verzaubert die Jahrhunderthalle

Annett Louisan bei ihrem Auftritt in der Bochumer Jahrhunderthalle.

Wenn sie spricht, merkt man es. Okay, sehen kann man es auch ganz gut. Annett Louisan ist seit einigen Monaten schwanger. Das hat sie zwar vom Fertigstellen eines neuen Albums abgehalten, nicht aber von einer Tour. „Das Leben ist dazwischen gekommen“, sagt Louisan ein bisschen kurzatmig, ein bisschen schüchtern, und streichelt ihren Bauch. Dann beginnt die Musik, den Takt trommelt sie sanft auf ihrem Babybauch mit. Hier übt sie sich in Zurückhaltung, ansonsten gibt Louisan alles, was sie geben kann. Wenn sie singt, ist vom kurzen Atem nichts zu hören.

Neue Songs im Gepäck

Auch wenn noch kein neues Album auf dem Markt ist, hat sie schon fertige Lieder im Gepäck. Es geht darin um ihre Mutter, um Wege aus Holz, die die besten sein sollen, und um zweite erste Male. Bei der Darbietung des Letztgenannten ist schon früh einer der Höhepunkte des Konzerts erreicht. Zu keinem anderen Zeitpunkt an diesem Abend ist das Publikum so ruhig und derart gefangen im Sog aus Louisans klarer unverwechselbarer Stimme, die so viel Schmerz und Kampf ausdrückt und einem gleichzeitig doch so viel Zuversicht vermittelt.

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Annett Louisan in der Jahrhunderthalle

Es muss nicht immer die große Show sein, damit ein Konzertabend gelingt. Beim Auftritt von Annett Louisan am Donnerstag in der Bochumer Jahrhunderthalle genügten ihre wunderbare Stimme und ihre verträumt-poetischen Texte für einen atmosphärischen Ausflug in die Welt der Träume und des Herzschmerzes.
16.03.2017
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Annett Louisan bei ihrem Auftritt in der Bochumer Jahrhunderthalle.© Foto: Nils Lenfers
Annett Louisan bei ihrem Auftritt in der Bochumer Jahrhunderthalle.© Foto: Nils Lenfers
Annett Louisan bei ihrem Auftritt in der Bochumer Jahrhunderthalle.© Foto: Nils Lenfers
Annett Louisan bei ihrem Auftritt in der Bochumer Jahrhunderthalle.© Foto: Nils Lenfers
Annett Louisan bei ihrem Auftritt in der Bochumer Jahrhunderthalle.© Foto: Nils Lenfers
Annett Louisan bei ihrem Auftritt in der Bochumer Jahrhunderthalle.© Foto: Nils Lenfers
Annett Louisan bei ihrem Auftritt in der Bochumer Jahrhunderthalle.© Foto: Nils Lenfers
Annett Louisan bei ihrem Auftritt in der Bochumer Jahrhunderthalle.© Foto: Nils Lenfers
Annett Louisan bei ihrem Auftritt in der Bochumer Jahrhunderthalle.© Foto: Nils Lenfers
Annett Louisan bei ihrem Auftritt in der Bochumer Jahrhunderthalle.© Foto: Nils Lenfers
Annett Louisan bei ihrem Auftritt in der Bochumer Jahrhunderthalle.© Foto: Nils Lenfers
Annett Louisan bei ihrem Auftritt in der Bochumer Jahrhunderthalle.© Foto: Nils Lenfers
Annett Louisan bei ihrem Auftritt in der Bochumer Jahrhunderthalle.© Foto: Nils Lenfers
Annett Louisan bei ihrem Auftritt in der Bochumer Jahrhunderthalle.© Foto: Nils Lenfers

Neben den noch jungen Songs greift Annett Louisan zurück auf Altbewährtes aus dem eigenen Repertoire und Coversongs. Während die Interpretation von "Bye Bye Love" der Everly Brothers wohl bei vielen Besuchern schnell in Vergessenheit geraten dürfte, zeigt die als Pop-Chanson-Sängerin bekannt gewordene Künstlerin erneut ganz viel Gefühl bei "Herz gebrochen" von Samy Deluxe.

"Im Sitzen in Extase"

Gemeinsam mit ihrer neuen fünfköpfigen Band verleiht Louisan nicht nur den Songs aus fremden Federn einen ganz neuen Anstrich, auch die eigenen Lieder kommen in neuem Gewand auf die Bühne. Da sind Chanson, Blues, Folk, Pop, auch Jazz und ein Hauch von Klassik schwingen mit. Insbesondere "Drück die 1", ein im Original locker beschwingtes Stück, bildet mit nicht unbedingt zu erwartenden sphärischen Klängen einen Sound, der nur schwer in eine Schublade zu stecken ist und in Erinnerung bleibt. "Man kann auch im Sitzen in Extase geraten", hatte Louisan zuvor angekündigt und es sich auf einem Hocker gemütlich gemacht.

Es ist ein schöner Abend in der nahezu ausverkauften Jahrhunderthalle, die für rund zwei Stunden zum Wohnzimmer wird dank einer Frau, die mit ihrer Stimme und ihren Worten einen ganzen Saal zum Schweigen, zum Nachdenken, zum Träumen und zum Lachen bringen kann.