Annington-Mieter kämpfen gegen enorme Heizkostenrechnung

Mögliche Klage

Der Schock für die Bewohner der Häuser am Gedingeweg 1-3 kam per Post. In Form der Heizkostenabrechnung. Bis zu 40 Prozent höher fällt diese für das Abrechnungsjahr 2012 aus. Bei den Mietern macht sich Verzweiflung breit.

SCHÜREN

von Von Jörg Bauerfeld

, 19.09.2013, 16:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Erika Kunzenbacher (links) mit ihrer Heizkostenabrechnung. Neben ihr Hilde Ziervogel, die ebenfalls eine hohe Nachforderung von der Deutschen Annington erhalten hat.

Erika Kunzenbacher (links) mit ihrer Heizkostenabrechnung. Neben ihr Hilde Ziervogel, die ebenfalls eine hohe Nachforderung von der Deutschen Annington erhalten hat.

Die Mieter verstehen die Welt nicht mehr. „Ich weiß gar nicht, wie ich das bezahlen soll“, sagt Erika Kunzenbacher. Die Seniorin wohnt schon seit 50 Jahren in der Wohnung in Schüren. „Ich habe doch auch nicht mehr verbraucht als in den letzten Jahren“, so die Mieterin und holt die Heizkostenabrechnung für 2012 hervor. Hierauf sind die verbrauchten Einheiten für ihre Wohnung aufgelistet. 1185 waren es im Jahr 2011. „Da habe ich noch Geld zurückbekommen“, sagt Erika Kunzenbacher.

2012 weißt die Rechnung 1377 Einheiten auf (die sind an den Heizkörpern in der Wohnung abzulesen). Ein paar Einheiten mehr, geschuldet durch den strengeren Winter, aber rechtfertigt dies die immense Steigerung der Kosten? Laut Deutscher Annington ja. Die in den Wohnungen abgelesenen Einheiten seien, so eine Pressesprecherin, lediglich ein branchenüblicher Schlüssel für die Verteilung der einzelnen Wohneinheiten. „Ein erhöhter Brennstoffverbrauch, der für die Häuser Gedingeweg 1-3 vorliegt, spiegelt sich nicht zwangsläufig in den Gesamteinheiten der Heizkostenverteiler wider“, so eine Pressesprecherin auf Anfrage unserer Zeitung. Laut Deutscher Annington ist also alles in Ordnung mit den Abrechnungen. Für die Häuser Gedingeweg 1-3 habe es im Jahr 2011 einen Verbrauch von 80,10 Mega-Watt-Stunden gegeben, 2012 seien es laut Ableseprotokoll eben 144,20 Mega-Watt Stunden gewesen (abgelesen an der Heizanlage des Wohnblocks). Die Annington bietet den Mietern in Schüren eine Ratenzahlung an. Die sind jedoch ziemlich auf der Palme. „Hier muss ein Fehler vorliegen“, sagt Erika Kunzenbacher. „Wie kann es sein, dass der Brennstoffkostenverbrauch plötzlich so in die Höhe geschnellt ist?“.

Das fragt sich nicht nur die Seniorin. Mittlerweile haben 11 der 16 Parteien Widerspruch gegen die Heizkostenrechnung eingelegt. Und sie verlangen von der Deutschen Annington eine Überprüfung der Rechnung sowie eine Überprüfung des Zählers der Heizanlage – im Beisein der Mieter. Hier wurde nämlich der Mega-Watt-verbrauch abgelesen, der die Mieter verzweifeln lässt.Bezirksbürgermeister Sascha Mader soll ins Boot geholt werden und vielleicht wollen sie sogar klagen. „Solche Heizkosten treiben einen in die Armut“, so Erika Kunzenbacher wütend.   

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