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Ansturm auf Saturn

MITTE Zwei LCD-Fernsehgeräte, fünf Digitalkameras, zwei Telefone, zwei Wasserkocher und eine Stereoanlage. So einiges an Elektronik, was Familie Gusek an diesem frühen Donnerstagmorgen im Einkaufskörbchen hat. Ja, hammer denn scho‘ Weihnachten?, wird sich so mancher fragen. Nein, aber Saturn hat eröffnet.

von von Katrin Herbstreit

, 22.11.2007 / Lesedauer: 3 min
Ansturm auf Saturn

Saturn-Geschäftsführer Jürgen Knoth (l.) motiviert seine Miatarbeiter vor der Eröffnung.

Die Innenstadt um 5.30 Uhr. Wo sich sonst nur ein paar Übriggebliebene vom Vorabend tummeln, bilden sich vorm Kortumhaus bereits lange Schlangen. Am Steinmeister-Glühweinstand werden schon fleißig Brötchenhälften geschmiert, man will schließlich vorbereitet sein.

Schnäppchenschlacht

Um blutige Ausschreitungen bei der Schnäppchenschlacht zu vermeiden, hat der Elektronikriese Absperrgitter aufgestellt, die die Kaufwütigen und Schaulustigen elegant und unfallfrei ins Ladeninnere leiten sollen.Im Innern läuft derweil schon alles auf Hochtouren. Mitarbeiter werfen sich in ihre Uniformen, letzte Absprachen werden getroffen und alle beziehen ihre Posten. „Das ist meine erste Eröffnung, wir sind alle richtig aufgeregt“, gibt Kassiererin Vahida Müller begeistert zu.

"Ein geiles Unternehmen"

Dann greift der Chef zum Mikro. Geschäftsführer Jürgen Knoth lobt und „pusht“ seine Mitarbeiter vor dem großen Ansturm. Er schließt mit dem Slogan-reifen Spruch: „Wir sind ein geiles Unternehmen“. Jubel und Applaus bei den Mitarbeitern, dann schreitet er zur Tat und geht dem blauen Bändchen mit der Schere an den Kragen. „Saturn in Bochum ist eröffnet!“Als um 5.56 Uhr die ersten Kunden den Laden betreten, reicht die Schlange bereits bis zum Landgericht am Husemannplatz. „Wo finde ich die Kamera aus dem Prospekt?“, „Wo ist denn der Wasserkocher für‘n Zehner?“ und „Entschuldigung, wo ist der Labtop aus dem Angebot?“. Die Mitarbeiter helfen, zeigen, erklären. 20 Minuten später strömen die Menschen immer noch in den Laden.

Auf Hochtouren

„Die machen heute bestimmt ein Geschäft wie andere zu Weihnachten“, mutmaßt ein Kunde. Eine gute halbe Stunde später sind alle 21 Kassen total ausgelastet. Die Käufer stehen mit Paketen bepackt über die gesamte untere Verkaufsfläche. Ein Kunde hat fünf Rasierapparate unter dem Arm. „Alle für mich, auf Vorrat“, verrät er grinsend. Celina Nowroth sucht derweil ihre Nachbarin im Gewühl: „Wir wollten PCs kaufen“. Florence Mühlenbein hat unterdessen alles erledigt. Glücklich hält sie ihre Digitalkamera in der Hand: „Ich habe lange überlegt und verglichen, aber das ist ein Angebot“.Strahlende Gesichter, ein Schnäppchen auf dem Weg ins Büro und jede Menge Geschenke. Weihnachten kann kommen - aber bitte in bester Bild- und Tonqualität.