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Anwohner befürchten Rattenplage in Lütgendortmund

Ungepflegte Grünfläche am Hellweg

Horst Seitel hat genug. Seit 25 Jahren lebt er in Lütgendortmund, hat dort mit seiner Frau einen Garten. Bis vor einigen Monaten saßen sie dort gerne zusammen, tranken Kaffee und Kölsch, aßen Kuchen. Jetzt will Seitels Frau den Garten nicht mehr betreten. Der Grund: Ratten.

Lütgendortmund

, 20.07.2017 / Lesedauer: 3 min
Anwohner befürchten Rattenplage in Lütgendortmund

Einen scheuen Eindruck machen die Ratten in Lütgendortmund nicht. Sie scheinen beinahe angezogen zu werden von menschlichen Stimmen.

Horst Seitel wartet etwas entfernt von seinem Grundstück, vorne am Lütgendortmunder Hellweg an der Bushaltestelle „Am Düppersholl“. Dort liegt offenbar der Kern des Problems: eine Menge Müll auf einer ungepflegten Grünfläche hinter dem Wartehäuschen. Eine Fläche, die der Stadt gehört, wie Pressesprecherin Heike Thelen bestätigt.

Es ist Vormittag, die Sonne scheint, alle zehn Minuten kommt ein Bus, steigen Leute ein und aus. Es ist belebt – vor und hinter der Plexiglasscheibe. Immer wieder huscht eines der Nagetiere durch die Brennnesseln, mal ein kleineres, mal ein deutlich größeres Exemplar. Zwei von ihnen kommen sehr nah an die Haltestelle heran, sie machen keinen scheuen Eindruck.

Nester in Mülleimern

„Ich fahre hier täglich mit dem Bus“, sagt eine Anwohnerin, die das Gespräch mitgehört hat. „Die Ratten klettern sogar in die Mülleimer.“ Jetzt steht dort jedoch nur die Halterung, der Müll liegt verstreut auf dem Boden. Die EDG, sagt Sprecherin Petra Hartmann auf Nachfrage, habe die Behälter dort wegen des Rattenproblems „vor kurzem“ entfernt: „Laut Berichten unserer Mitarbeiter hatten die Ratten in den Mülleimern ihre Nester.“

Beim Leeren seien die Tiere aus den Körben „herausgesprungen“. „Wir leeren die Behälter ja nur, wir säubern sie nicht", sagt Petra Hartmann. „Und diese Behälter waren durch Essensreste so verschmutzt, dass wir uns dazu entschlossen haben, sie abzuziehen.“ Demnächst sollen zwei „ganz neue“ Mülleimer kommen: „Und dann schauen wir, wie sich das weiter entwickelt.“

Angst vor Krankheiten

Vor einem Jahr sei das Problem zum ersten Mal aufgetreten, erzählt Horst Seitel , andere Anwohner berichten von zwei oder drei Jahren. „Ich habe bei der Stadt angerufen, und danach war auch erst einmal Ruhe“, sagt Seitel . „Aber dann hat es wieder angefangen. Das ist eine richtige Plage.“ 

Er fürchtet Krankheiten, die durch sie übertragen werden könnten. Er vermutet, dass ihre Vermehrung mit dem Zustand des Grundstücks hinter dem Bushäuschen zusammenhängt. „Hier ist alles zu mit Brennnesseln, das Gras wird manchmal bis über einen Meter hoch. Das müsste alles einmal weg“, sagt er.

Keine weitere Nahrung

Neben der Haltestelle gibt es einen Verschlag mit mehreren Mülltonnen, die zum Nachbarhaus gehören. Der Eigentümer des Nachbargrundstücks, der aus persönlichen Gründen seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, betont, wie penibel auf die Sauberhaltung der Tonnen geachtet werde. „Wir wollen den Ratten ja nicht noch mehr Nahrung geben“, sagt er. Auf die Besucher des Restaurants auf seinem Grundstück machten die herumhuschenden Tiere „auch keinen wirklich guten Eindruck“. Das Restaurant entsorge Abfall wie Fleischreste ordnungsgemäß weit hinter dem Haus.

Mit Gift und Wasser will die Stadt den Ratten jetzt in der Kanalisation zu Leibe rücken. Dann kommen sie vielleicht auch nicht mehr in die Gärten der Anwohner. Horst Seitel und seiner Frau kann man das wünschen.

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