Anwohner gehen durchs Gebüsch zum Einkauf

Breitscheidstraße

Für die Anwohner der Breitscheidstraße in Brackel gibt es zwei Möglichkeiten zu Fuß zum Einkauf an der Oesterstraße zu gehen. Entweder sie laufen einen großen Bogen, oder sie nutzen einen der beiden Schleichwege – durchs Gebüsch. Eine Abkürzung, die gerade Ältere gerne nutzen – aber nicht ohne Hindernisse.

BRACKEL

, 22.03.2016, 17:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Seit Hans Eden (r.) gehäckseltes Holz auf dem Boden verteil hat, kann Wilfried Michaelis mit dem Rollator ein bisschen besser auf dem Schleichweg laufen. Beide wünschen sich aber eine langfristige Lösung für ihren Weg zum Einkauf.

Seit Hans Eden (r.) gehäckseltes Holz auf dem Boden verteil hat, kann Wilfried Michaelis mit dem Rollator ein bisschen besser auf dem Schleichweg laufen. Beide wünschen sich aber eine langfristige Lösung für ihren Weg zum Einkauf.

Direkt hinter den Garagen am Mehrfamilienhaus Breitscheidstraße 38/40 steht der Aldi-Markt – doch es gibt keine Verbindung, nur zwei matschige Schleichwege durchs Gebüsch, wobei der eine Pfad an vermüllten Brombeersträuchern entlang führt. „Der Umweg ist gut 300 Meter länger. Das ist für die vielen älteren Leute, die hier in der Siedlung wohnen, eine lange Strecke“, erklärt Wilfried Michaelis den Grund, warum er, wie viele andere, die Abkürzung nutzt.

Jeden Tag läuft der 86-Jährige mit seinem Rollator zum Aldi, „um mal rauszukommen“, wie er sagt. „Ich kann hier nur ganz schlecht laufen, und auch die Kanten machen mir zu schaffen. Ich verstehe nicht, warum hier kein vernünftiger Weg gepflastert wird.“

Gehäckseltes Holz verteilt

Unterstützung bekommt Wilfried Michaelis von Hans Eden. Der 84-Jährige kann von seiner Wohnung aus auf den Aldi blicken und beobachtet manchmal Unglaubliches. „Hier sind schon Autos über den Schleichweg auf den Aldi-Parkplatz gefahren.“ Auch Motorradfahrer würden den Weg nutzen, sodass der Boden umso matschiger würde. In der vergangenen Woche hat Hans Eden gemeinsam mit seiner Enkeltochter gehäckseltes Holz auf den Wegen verteilt. „Jetzt geht es mit dem Rollator ein bisschen besser“, sagt Wilfried Michaelis, „aber eine langfristige Lösung ist das auch nicht.“

Er habe sich bereits an den Siedlungsbetreiber Vivawest und die Brackeler Bezirksvertretung gewandt, bisher aber nicht in Erfahrung bringen können, wer für die Grünfläche zuständig ist. Nach Informationen des Vermessungs- und Katasteramtes der Stadt Dortmund zu den Eigentumsverhältnissen „wird der Grünstreifen von der Grundstücksgrenze zwischen Aldi und Wohnanlage geteilt“. Es sei davon auszugehen, dass beide Nachbarn beteiligt sind.

Für Gespräche offen

Aldi Nord bestätigte am Dienstag auf Anfrage unserer Redaktion, zu einem kleinen Teil für die Grünfläche hinter der Filiale zuständig zu sein. Ingo Gebhard, Leiter Immobilien, teilte mit, dass der Mark ab Mitte April für drei Monate umgebaut wird und man sich in diesem Zuge bemühen will, eine Lösung zu finden. Man sei offen für Gespräche mit Siedlungsbetreiber Vivawest, von dem es bis Redaktionsschluss noch keine Rückmeldung gab.

Wegen des Mülls in den Brombeersträuchern, sagte Ingo Gebhard, wurde eine Reinigung veranlasst. Der Mangel werde in den nächsten Tagen abgestellt.

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