Anwohner klagen gegen Konzerte in Phoenix-Halle

Phoenix-West

Eines der Prestigeprojekte der Dortmunder Kulturlandschaft bekommt Ärger: Anwohner der Hochofenstraße in Hörde klagen gegen die Phoenix-Halle auf Phoenix-West. Sie wollen den Betrieb in der Konzerthalle verhindern. Vor dem Verwaltungsgericht fordern sie im Eilverfahren besseren Lärmschutz.

HÖRDE

, 09.03.2016, 18:58 Uhr / Lesedauer: 1 min
Fred Kelbassa (rechts) und Muhittin Yildiz vor der Baustelle an der Phoenix-Halle: Sie fordern mehr Lärmschutz für die Anwohner aus der Hochofenstraße und andere Nachbarn. Sie klagen gegen Konzerthalle und Club.

Fred Kelbassa (rechts) und Muhittin Yildiz vor der Baustelle an der Phoenix-Halle: Sie fordern mehr Lärmschutz für die Anwohner aus der Hochofenstraße und andere Nachbarn. Sie klagen gegen Konzerthalle und Club.

„Die Baugenehmigung ist rechtswidrig erteilt worden“, sagt ihre Rechtsanwältin aus Bochum. Folgen die Richter der auf Verwaltungsrecht spezialisierten Anwältin Esthersine Böhmer, stehen die Stadt Dortmund als Baubehörde und die Phoenix Estate GmbH & Co. als Betreiber vor einem Problem. Denn die „Anfechtungsklage gegen die Baugenehmigung“ zielt darauf ab, den Konzert- und Clubbetrieb in dem unter Denkmalschutz stehenden Industriegebäude und Anbau „zumindest vorläufig“ zu untersagen.

Die Stadt Dortmund habe die Baugenehmigung erteilt, obwohl der Bebauungsplan für das Areal rechtlich noch nicht wirksam sei. Eine Sondervorschrift ermögliche zwar eine vorzeitige Genehmigung. Allerdings nur dann, wenn die Öffentlichkeit frühzeitig beteiligt worden sei. Das sei zuletzt 2010 geschehen – als die Phoenix-Halle noch von einem Medienkunstverein genutzt wurde und von einem Konzert- und Diskotheken-Betrieb keine Rede war.

Dortmund soll Konkurrenz für Konzertstadt Köln werden

Die Stadt Dortmund wollte sich am Mittwoch zu dem Rechtsstreit nicht äußern. Muhittin Yildiz aus der Hochofenstraße und Fred Kelbassa aus der Straße „Am Heedbrink“ kommunizieren offener. „Es gibt keine die Anwohner schützenden Pläne für den Verkehrsfluss und keinen Schutz vor dem Lärm, den die Diskobesucher nachts auf dem Heimweg in unserer Straße verursachen“, begründete Fred Kelbassa.

Entstehen soll an der Nortkirchenstraße eine Halle für Konzerte mit bis zu 3600 Zuschauern. Inklusive eines Clubs im Keller. Eine Konkurrenz zur Konzertstadt Köln möchte Four Artists damit aufbauen – ein Plan, den Wirtschaftsförderung und Stadtverwaltung ausdrücklich unterstützen. Bisher ist geplant, dass das erste Konzert im ersten Quartal 2017 steigt - spätestens im Mai 2017.

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