Anwohner misstrauen RWE-Plänen

Hochspannungsleitungen

Hochspannung bei der Info-Veranstaltung der Interessengemeinschaft "Vorsicht-Hochspannung Dortmund-Süd" am Mittwoch: Die Anwohner zeigten sich misstrauisch gegenüber den RWE-Plänen zur Verlegung der Hochspannungsleitungen. Hier die Antworten auf ihre wichtigsten Fragen.

LÜCKLEMBERG

von Von Thilo Kortmann

, 21.09.2012, 06:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Anwohner misstrauen RWE-Plänen

Über dem Dortmunder Süden braut sich was zusammen: Anwohner misstrauen den von RWE überarbeiteten Hochspannungs-Plänen.

Obwohl der Vorsitzende der Interessengemeinschaft (IG), Reinhard Wegener, die Pläne des Stromriesen RWE, die eine Kombination von alternativer Trassenführung und Erdverkabelung vorsieht, in der Gaststätte "Zum kühlen Grunde" als Erfolg und klasse Lösung wertete, war eines ganz sicher unter den rund 80 Besuchern zu spüren – Skepsis und Misstrauen.

 Erst ab 2016 soll mit den Umbaumaßnahmen der Freileitungen begonnen werden. Eine lange Zeit, die so manchen Anwohner misstrauisch macht. Dabei ist Eile angesagt.Gerade auch, weil laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) wissenschaftlich erwiesen ist, dass bei einer Grenzwertüberschreitung der Magnetfelder von 0,2 bis 0,4 Mikrotesla im Bereich von Freileitungen in Wohngebieten die Gefahr an Alzheimer oder Leukämie zu erkranken, erhöht ist.  

 

  • „Noch vier Jahre bis zum Umbau. Was können wir tun, damit RWE die Pläne auch wirklich umsetzt?“, fragte eine anwesende Frau. Gründe für den langen Zeitraum seien, so Wegener, die vier Planungsstufen. Die ersten beiden seien erfolgt. „Bis 2015 folgt das Planfeststellungsverfahren.“ Aber auch dabei gebe es keine Sicherheit. „Es kann alles schneller, aber auch langsamer gehen“, erklärte der IG-Vorsitzende.
  • Das größte Problem bei den Planungen, so Wegener, sei der Bereich an der Kattenkuhle gewesen. „Mit einer Erdverkabelung unter der Straße An der Goymark ist eine optimale Lösung gefunden worden“, erklärte Wegener.
  • Für viele der Betroffenen auch eine wichtige Frage: „Kommen bei den Umbaumaßnahmen Kosten auf uns zu?“. „Nein“, sagte Wegener, „da die Erdverkabelung unter öffentlichen Straßen verlegt wird, kommen keine Kosten auf die Anwohner zu“, betonte er, um anschließend aber zu relativieren: „Bis jetzt jedenfalls nicht“. Sätze, die die Verunsicherung unter den Zuhörern schürten.
  • Auch sind es schlechte Erfahrungen, die Anlass bei den Anwesenden für weitere Zweifel sorgten. „Bei mir im Garten steht ein Strommast. Der ist total heruntergekommen. Von RWE gibt es aber bislang keine Reaktion.“ Das sei sicherlich eine Frage, so Wegener, die man an RWE weiterleiten werde. „Die Strommasten aus Thomasstahl halten rund 80 Jahre. Die Zeit ist jetzt erreicht.“ Würden diese nicht erneuert, dann bestehe Einsturzgefahr.

Weiteren Grund zur Unbehaglichkeit und Verunsicherung gegenüber RWE geben Wegeners Äußerungen, wonach RWE „klammheimlich“ die Freileitung an der Hagener Straße von 220.000 Kilovolt auf 380.000 Kilovolt erhöht. Was hat das für Auswirkungen auf die Emissionen? Wegener riet dazu: „Fordern Sie bei RWE eine Messung ein. Diese sind sehr genau.“   

Regelmäßige Treffen
Um weiterhin zu informieren und Druck auf RWE auszuüben, wird sich die Interessengemeinschaft ab sofort alle sechs Monate treffen. Außerdem rief Reinhard Wegener dazu auf, am Bürgerdialog im Rathaus teilzunehmen.

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