Anwohner nach Knöllchenaktion ratlos - aber kreativ

Lessenstraße

Und wieder Knöllchenärger: Nachdem bereits mehrfach im Stadtgebiet das Gehweg-Parken vom Ordnungsamt geahndet wurde, hat es jetzt die Anwohner der Lessenstraße in Westerfilde erwischt. Sie sind verärgert und ratlos. Einige haben eine ungewöhnliche Lösung für das Parkproblem gefunden.

WESTERFILDE

, 11.01.2017, 20:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Anwohner nach Knöllchenaktion ratlos - aber kreativ

Weil das Ordnungsamt das Parken auf dem Bürgersteig ahndet, stellen die Anwohner der Lessenstraße ihre Autos jetzt in ihren Vorgärten ab – notgedrungen.

Am Freitagmorgen hatten die Anwohner der Lessenstraße „Post“ vom Ordnungsamt hinter dem Scheibenwischer: 20 Euro wegen Parkens auf dem Bürgersteig. Die SPD im Stadtbezirk Mengede will nun eine Lösung auf dem politischen Weg.

Ohne Vorwarnung

„Warum haben die Mitarbeiter des Ordnungsamts ohne Vorwarnung sofort geschrieben und nicht mit uns gesprochen?“, fragt Hermann Richert als einer der betroffenen Anwohner. Er wohnt seit Jahrzehnten an der Lessenstraße. Um auf der Fahrbahn Platz zu lassen für Rettungswagen und Müllabfuhr, stellen die Anwohner der Sackgasse ihre Autos etwa zur Hälfte auf den Bürgersteig. Die besondere Situation: Nur auf einer Seite der Fahrbahn ist ein Bürgersteig. An die andere grenzen direkt die Vorgärten.

Dort sind nun mittlerweile Reifenspuren in den weichen Rasenflächen sichtbar. Einige Anwohner parken ihre Autos jetzt im Vorgarten. „Als die Siedlung vor mehr als 60 Jahren gebaut wurde, hatte hier noch niemand ein Auto“, berichtet Hermann Richert. „Nun leben hier teilweise Familien mit drei Generationen, und alle haben eines.“ Die Ein- und Zweifamilienhäuser haben jeweils eine Garage, aber nicht alle Platz für einen weiteren Stellplatz im Vorgarten. In den umliegenden Straßen ist die Situation nicht besser.

Ein großer Teil der Hausbesitzer ist in der Siedlergemeinschaft Im Wiesengrund I zusammengeschlossen. Vorsitzender Ulrich Ratsch nahm Kontakt mit dem Stadtverband auf. „Rechtlich ist das alles soweit unstrittig, und wir können nichts machen“, erklärt er. „Wir hätten uns aber vorher ein Gespräch mit den Ämtern gewünscht, um das Problem zu lösen.“ Ratsch will jetzt Kontakt mit der Stadt aufnehmen und Lösungen für die Parkraumsituation diskutieren. „Möglicherweise müssen wir Flächen auf unseren Grundstücken schaffen. Dann haben wir aber bald keinen grünen Vorort mehr.“

Thema für die Politik

Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch sieht Handlungsbedarf. „Wir werden auf jeden Fall politisch tätig und in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung einen Antrag beraten“, sagt er gegenüber unserer Redaktion.  Die Stadt Dortmund hat sich am Mittwoch zu dem konkreten Fall nicht geäußert. In mehreren vergleichbaren Situationen in der Vergangenheit hat das Ordnungsamt damit argumentiert, Beschwerden über verkehrswidriges Parken aus Gründen der Rechtssicherheit und Gleichbehandlung stets nachgehen zu müssen. 

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