Anwohner wehren sich gegen Tempo-30-Zone

Geschwindigkeitsbegrenzung

Über Nacht waren sie da, die Tempo-30-Schilder an der Wannestraße. Die Anwohner sind überrascht von der plötzlichen Veränderung, und wollen sich mit den Argumenten der Stadt nicht zufrieden geben.

BUCHHOLZ

von Von Jörg Bauerfeld

, 21.11.2013, 01:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Seit über November gilt Tempo 30 im gesamten Bereich der Wannestraße.

Seit über November gilt Tempo 30 im gesamten Bereich der Wannestraße.

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Tempo 30 an der Wannestraße

Seit etwas über zwei Wochen gilt an der Wannestraße Tempo 30. Viele Anwohner sind sauer und wollen sich gegen diese Entscheidung wehren.
20.11.2013
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Vorsicht Kühe.© Jörg Bauerfeld
Blick in Richtung Syburger Straße© Jörg Bauerfeld
Idylle pur in der Wanne© Jörg Bauerfeld
Die Kleine Wannestraße.© Jörg Bauerfeld
Die neuen Schilder.© Jörg Bauerfeld
An Pferdekoppeln vorbei© Jörg Bauerfeld
Auch Radwege führen über die Wannestraße.© Jörg Bauerfeld
Viel Verkehr herrscht nicht.© Jörg Bauerfeld
Die Wannestraße.© Jörg Bauerfeld
Blick von der Syburger Straße.© Jörg Bauerfeld
Es fehlen Bürgersteige© Jörg Bauerfeld
Mitten durch die Natur.© Jörg Bauerfeld

Die Tempo-30-Zone reicht über drei Kilometern zwischen der Syburger Straße im Osten und der Reichsmarkstraße im Westen. 18 Häuser stehen an der Wannestraße durch das Wannebachtal, die in weiten Bereichen sogar eine Anliegerstraße ist. Viel Feld, viel Wald, viel Natur. Und laut Jutta Plänker nicht übermäßig viel Verkehr. Die Plänkers wohnen an der Kleinen Wannestraße, einer kleinen Stichstraße. Und sie sind mehr als überrascht von der plötzlichen Tempo-30-Zone vor ihrer Haustür.

Aber nicht nur die Plänkers halten die Temporeduzierung für Unsinn. „Fast alle Nachbarn sind da unserer Meinung“, sagt Hans Plänker. Der 73-Jährige war mal Anwohnersprecher und wohnt seit seiner Geburt in der Idylle im Dortmunder Süden. „Seit über zehn Jahren ist hier Tempo 50, davor konnte man sogar noch schneller fahren“, sagt Hans Plänker. Wie kann es denn sein, dass plötzlich Tempo-30-Schilder aufgestellt werden, nur weil jemand meint, dass hier zu schnell gefahren wird?

Die Anwohner fühlen sich übergangen. „Alle verkehrsregelnden Maßnahmen sind nach Bundesgesetz zu regeln, da kann die Verwaltung machen was sie will“, sagt Bezirksbürgermeister Manfred Renno. Tempo 30 sei eine gute Möglichkeit den Durchgangsverkehr aus der Wannestraße rauszuhalten, so Renno. „Bei der Entscheidung über das Aufstellen der Schilder ist die kommunale Politik raus. Das ist ganz allein Sache der Verwaltung.“ Und die scheint zusammen mit der Polizei die Lage vor Ort so bewertet zu haben, dass hier ab sofort Tempo 30 gefahren werden muss.

Die Begründung liefert Stadtpressesprecher Frank Bußmann auf Nachfrage unserer Zeitung. Zum einen seien auf der gesamten Länge der Straße keine Gehwege vorhanden und „die Straße wird aufgrund Ihrer Nähe zur Hohensyburg – nicht nur an Wochenenden – in hohem Maße von Fußgängern und Radfahrern genutzt“, so Bußmann.Dass die Verkehrssituation an der Wannestraße dabei eher unauffällig sei, spiele dabei keine Rolle. „Eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h wird der Funktion der Straße und den örtlichen Gegebenheiten gerecht“, sagt Bußmann. Ein Großteil der Anwohner an der Wannestraße sieht das nicht so. Sie wollen sich wehren und haben eine Lösung parat: „Wenn man in einem Gewissen Bereich der Straße das Tempo verringert, ist das in Ordnung. Aber doch nicht auf der ganzen Straße“, sagt Jutta Plänker.