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Anwohnern Am Gardenkamp droht die Enteignung

BAROP Noch hoffen die Grundstückseigentümer Am Gardenkamp. Doch es ist nur ein blasser Hoffnungsschimmer. Vermutlich im April werden die ersten Bagger anrollen, um aus ihrer kleinen Straße eine 12 Meter breite Verkehrsachse zur Universität zu machen (wir berichteten).

von Von Nadja Schöler

, 08.01.2009
Anwohnern Am Gardenkamp droht die Enteignung

Im April 2008 wurde es amtlich: Die Trasse schneidet auch das Grundstück (rechts) der Familie Ehmer.

„Keine Hinweise auf eine Einigung“ sieht Udo Bullerdieck, Pressesprecher der Stadt Dortmund, bei den Grundstücksverhandlungen mit den sechs betroffenen Parteien: „Trotz fairer Angebote haben die Eigentümer abgelehnt.“ Am Ende könnte das stehen, was Werner Mondry  vom Liegenschaftsamt beim Informationsgespräch im September den Anwohnern prophezeit hatte: ihre Enteignung.

„Einige Dinge sind aber noch nicht geklärt. Wir warten seit Oktober auf eine Antwort mehrerer Briefe an die Stadt, im Januar stehen noch zwei Termine mit der Stadt an“, erklärt Hauseigentümer Wilfried Ehmer – auch er hat noch Hoffnung. „Aber die wird immer kleiner. Wir erhoffen uns Erklärungen.“ Es ist nicht nur die Planung der neuen Straße an sich, die ihn und die anderen Eigentümer verärgert, sondern die Konsequenz, mit der das seit Jahrzehnten geplante Projekt verwirklicht werde. „Wir verschließen nicht die Augen, unser Leben hängt nicht an dem Haus, aber der Ausbau beißt sich an so vielen Stellen. Wenn die Ostenbergstraße und der Lehnertweg überlastet sind, warum sollen wir diesen Verkehr stemmen können?“, fragt Ehmer. Unter den Eigentümern stelle man sich mittlerweile die Frage, ob das Verfahren hinausgezögert werde, weil man „dieses unangenehme Thema im Wahlkampf um das Oberbürgermeister-Amt nicht gebrauchen“ könne.

Die Anwohner sehen keinen Sinn in dem Bauprojekt. „Die Rechtfertigung der Politiker ist, dass es die Planungen schon seit den 70er Jahren gibt. Experten sagen aber heute, dass die Pläne längst nicht mehr zeitgemäß seien. Die Unflexibilität der Verwaltung macht meine persönliche Betroffenheit aus“, so der Vater von drei Kindern. Wenn es hart auf hart kommt, bedeutet das für Ehmer, der seit 1999 Am Gardenkamp wohnt, dass er einen vorderen Streifen seines Grundstücks in voller Länge an die Stadt abtreten muss. Auf den Baubeginn haben die möglichen Enteignungsverfahren keinen Einfluss. „Die Straßentrasse ist davon nicht betroffen. Der Bereich, um den es geht, macht ein kurzes Stück des Bürgersteiges aus, der auch nachträglich gebaut werden kann, heißt es bei der Stadt. Die Ausschreibungen sind in der Mache, ab dann dauert es noch drei Monate“, so der Pressesprecher.