Apokalypse in XXL

Transformers 5 - The Last Knight

Dafür wurde der Begriff "Überwältigungskino" geprägt. "Transformers - The Last Knight" ist eine 260-Millionen-Dollar-Materialschlacht, die selbst nach den Maßstäben von Regisseur Michael Bay den Rahmen sprengt. Ein gigantomanischer Wahnwitz, der zwischen Aliens, Artus, Star Wars, "Sakrileg" den ganzen Fundus des Blockbuster-Kinos zu zitieren scheint.

NRW

, 21.06.2017, 17:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mark Wahlberg macht sich wieder auf den Weg, gemeinsam mit den Transformern die Welt zu retten.

Mark Wahlberg macht sich wieder auf den Weg, gemeinsam mit den Transformern die Welt zu retten.

Man hat das Gefühl, drei Drehbuchschreiber hätten sich gegenseitig überboten und in ihrer Fabulierlaune hochgejazzt, bis eine Geschichte stand, die in ihrer Hyperaktivität, ihrer Lust an Mythen, Krawall und Zerstörung pure Comic-Fantasie ist.

Mittelalterliche Schlacht als Prolog

Eine mittelalterliche Schlacht bildet den Prolog. Artus und seine Ritter kämpfen gegen die Angelsachsen. Merlin ist ein Trunkenbold, der seine Zauberkraft der Technologie auf der Erde gestrandeter stählerner Titanen verdankt, den Transformers.

Von ihnen bekommt er eine magische Lanze, die mächtigste Waffe des Universums, die 1600 Jahre später den blauen Planeten vor einer Invasion aus dem All retten soll.

Artus lebte wirklich

Die Geschichtsbücher müssen umgeschrieben werden. Artus hat wirklich gelebt, Transformers sind schon lange unter uns. Ein Orden hütet das geheime Wissen, der englische Lord Burton (Anthony Hopkins) ist das letzte Mitglied der Bruderschaft. Er weiß, dass die Transformers-bemannten Geschosse, die auf die Erde hageln, Vorboten der großen Apokalypse sind. Burton ergreift seine Maßnahmen. In Amerika schnappt er sich den Roboter-Bastler Cade Yeager (Mark Wahlberg), der auf einem Schrottplatz die Stahlkollosse beschützt, die das Massaker an ihrer Art überlebt haben.

Yeager ist Träger eines Amulettes, das den Weg zu Merlins magischer Lanze kennt. Von seiner Bestimmung als letzter Ritter hat Yeager keinen Schimmer, genau wie die Oxford-Historikerin Vivien (Laura Haddock), deren Blutslinie sie zur Rettung der Erde befähigt. Das Unternehmen gerät zur Leistungsschau in Sachen Computertricks, da streckt sich der Film nach der Krone.

Zwei Planeten auf Kollision, ein riesiges Raumschiff, Titanen, die sich prügeln. Michael Bay entfesselt ein mörderisches optisch-akustisches Trommelfeuer.

Zehn Prozent Emotion

Eine Reizschwemme, die geeignet ist, den Film als kalt dröhnendes Technokratenkino zu entlarven. Wären da nicht Momente, wo so etwas wie Empathie aufflackert. Wo vor allem Anthony Hopkins dem Getöse eine Note von Menschlichkeit und  Ironie verleiht, die über die Sprücheklopferei diverser Nebenfiguren hinausgeht. - Zu 90 Prozent Augenkino. Bleiben zehn Prozent für Emotionales, es waren schon mal weniger.