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Arbeitsagentur zeigt sich zufrieden mit dem Jahr

Unterbeschäftigung rückläufig

Auf den ersten Blick sieht der Arbeitsmarkt in Bochum diesen Monat so unspannend wie selten zuvor aus. Eine Quote von 9,4 Prozent – so wie im Vormonat, so wie im Vorjahr. Udo Glantschnig, Chef der Bochumer Arbeitsagentur, sieht das anders.

BOCHUM

von Von Benedikt Reichel

, 03.01.2012

„Das ist ein gutes Ergebnis“, sagt Udo Glantschnig, Chef der Bochumer Arbeitsagentur rückblickend für das Jahr 2011. „Viele hätten diese Entwicklung zu Beginn des Jahres nicht für möglich gehalten.“ Denn zwischenzeitlich war die Arbeitslosigkeit auf weit über zehn Prozent geklettert.

Das lag nicht zuletzt daran, dass mit dem Jahr 2011 weniger Geld für Beschäftigungs- und Weiterbildungsmaßnahmen bei der Arbeitsagentur zur Verfügung standen und somit mehr Menschen in der offiziellen Arbeitslosenstatistik auftauchen. Tatsächlich ist die Zahl der Menschen ohne Arbeit über das Jahr gesunken. Die Arbeitsagentur weist diese in der sogenannten Unterbeschäftigung aus. Darin sind alle Menschen ohne regulären Job erfasst – auch wenn sie an einer Umschulung oder an anderen Maßnahmen teilnehmen.

22.847 sogenannte Unterbeschäftigte gibt es in Bochum, die Quote liegt mit 12,4 deutlich über der offiziellen Arbeitslosenquote. Im Dezember 2012 lag sie jedoch noch bei 13 Prozent. „Seit dem Herbst hat sich der Arbeitsmarkt erstaunlich gut erholt“, sagt Glantschnig. Obwohl der Dezember erschreckend ruhig verlief. „Weder das Wetter noch das überdurchschnittliche Weihnachtsgeschäft haben die Entwicklungen stark beeinflusst“, so der Agenturchef.Erfreulich: 2011 haben sich 2,5 Prozent weniger Menschen arbeitslos gemeldet. „Unser Anliegen ist es, Arbeitslosigkeit nach Möglichkeit gar nicht erst eintreten zu lassen“, erklärt Glantschnig. Das gelingt längst nicht immer. Gerade zum Jahreswechsel meldeten sich viele jüngere Bochumer arbeitslos. Deren Zahl ist um fast sieben Prozent auf 1393 geklettert. „Viele Jahresverträge laufen aus“, sagt Glantschnig. „Mit Blick auf die Turbulenzen der Finanzwelt zögern einige Betriebe, befristete Verträge zu verlängern.

„Wenn Unsicherheit besteht, müssen sich junge Leute zunächst arbeitslos melden.“ Ältere Arbeitslose sind zum Jahresende dagegen mehr auf dem Arbeitsmarkt integriert. Deren Zahl sinkt leicht auf 4783. Wie gewohnt kann sich Udo Glantschnig nicht zu allzu großem Optimismus hinreißen lassen. Seine Prognose für 2012: „Es ist nicht mit einem vergleichbaren Rückgang der Arbeitslosigkeit zu rechnen.“ Zumindest einen moderaten Abbau hält er jedoch für realistisch.