Architekt und Bauherr stellen Sanierungsplan für Gebäude IC vor

Gläserne Ruhr-Universität

Nach ID folgt nun IC. Die Sanierung der Ingenieurswissenschaften an der Ruhr-Universität (RUB) geht in die zweite Phase. 69 Millionen Euro wird der nächste Bauabschnitt kosten. Er stellt gleichzeitig die Weichen für das neue Aussehen der RUB.

BOCHUM

von Von Benedikt Reichel

, 20.07.2011, 00:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fast ehrfürchtig referiert Architekt Eckhard Gerber über seine Planungen. „Ich kann mich gut an die Anfänge dieses Projekts erinnern“, sagt er und meint die Anfänge der Ruhr-Uni vor 50 Jahren. „Da war ich ein junger Bursche“, fügt er lachend hinzu. Nun ist der Architekt, der Hochschulen in der ganzen Republik um- und ausbaute, ein Teil der RUB geworden. „Es wird keinen Neubau geben“, sagt Gerber. Die Aufgabe ist schwieriger. Die Struktur der denkmalgeschützten, kastenförmigen Häuser bleibt erhalten. Im Inneren werde jedoch alles neu geordnet, so der Architekt.Bessere Orientierung Sein Ziel: Mehr Licht, mehr Kommunikation, mehr Orientierung. Kernstück der Planungen ist eine Ost-West-Magistrale, die sich von der Hauptachse bis zum neuen ID-Bau ziehen soll. Ein gerader Gang durch alle Gebäude. „Dabei ist die Sicht nach Außen wichtig zu Orientierung“, sagt Gerber. Viel Glas hat der Architekt in seine Planungen eingearbeitet. Licht spielt auch in der Neugestaltung des Hochhauses eine wesentliche Rolle. Die Fensterfronten wirken noch größer. Die Balkone werden an einigen Stellen aufgebrochen und durch ein Geländer ersetzt. Die Fassade soll in ihrer Art erhalten aber aufgelockert werden. Neu ist der direkte Blick aus den Treppenhäusern nach draußen. Damit geben nicht mehr nur kryptische Nummern Auskunft über das aktuelle Stockwerk. Die Höhe kann mit einem Blick über die Ruhr-Uni nachempfunden werden. Knapp zwei Jahre wird der IC-Komplex kernsaniert.Verschärfung der Parksituation Die Parksituation wird sich dadurch zum Beginn des Wintersemesters weiter verschärfen, wenn Baucontainer Stellenflächen der I-Reihe blockieren. In der ersten Augustwoche wird zudem die Nordstraße zeitweise gesperrt, um einen Baukran aufzustellen. Auf der anderen Seite bleibt die Südstraße während der ganzen Baumaßnahme eine Sackgasse. Und den Baulärm müssen nicht nur die umliegenden Institute und Fakultäten ertragen. „Wir haben zwei Jahre den Dreck und Lärm des ID-Neubaus ausgehalten“, sagt eine Anwohnerin der nahe gelegenen Lennershofsiedlung. „Jetzt geht es mit IC weiter.“ Damit nicht genug. Bis 2015 sollen auch die Gebäude IB und IA saniert werden. Ein sehr ambitionierter Zeitplan. „Es wäre naiv zu glauben, dass bauen leise wäre“, räumt Reinhard Daniel vom BLB ein. Zusammen mit dem Generalunternehmer verspricht er jedoch, dass die Belastungen einer Sanierung nicht ganz so hoch sind, wie die eines Neubaus. Der Zeitplan  

  • Am 20. Juni wurde der Vertrag zwischen dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb und dem Bauunternehmen Hochtief unterzeichnet. Seitdem laufen die ersten kleineren Abbrucharbeiten. Die Abrissarbeiten sollen bis Ende Januar 2012 abgeschlossen sein.
  • Den Bauantrag will Hochtief im August bei der Stadt einreichen und rechnet damit spätestens im Herbst die Genehmigung zu erhalten. Dann kann Anfang 2012 der Umbau beginnen.
  • Die Fassade des Hochhauses soll bereits im April 2012 in neuem Glanz erstrahlen, die Nebengebäude sollen äußerlich im Juli 2012 fertig sein. Dann beginnt der aufwendige Innenausbau.
  • Hochtief will bis zum 28. März 2013 alles fertig haben.
  • Der Umzug ist in den Semesterferien im Sommer geplant.
  • Zum Wintersemester 2013/14 soll der Lehrbetrieb im IC laufen.