Arzt nach Impfung einer externen Person im Pflegeheim ausgeschlossen

Coronavirus

In Bonn soll ein Arzt in einem Pflegeheim eine außenstehende Person geimpft haben. Der Mediziner wurde von künftigen Impf-Einsätzen ausgeschlossen.

Bonn

16.03.2021, 04:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Patient erhält seine Impfung.

Ein Patient erhält seine Impfung. © picture alliance/dpa/Reuters/Pool

Ein Arzt soll in einem Pflegeheim in Bonn-Bad Godesberg einer außenstehenden Person unberechtigterweise einen Corona-Impfstoff verabreicht haben. Das bestätigte ein Sprecher der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) am Montag auf Anfrage. Der betreffende Arzt sei ermittelt und von künftigen Impf-Einsätzen ausgeschlossen worden.

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„Der Fall ist unmittelbar nach der Impf-Aktion unserer leitenden Impfärztin vor Ort bekannt geworden. Nach unserem jetzigen Wissensstand ist eine externe Person geimpft worden“, sagte KVNO-Sprecher Christopher Schneider und bestätigte einen Bericht im „Bonner General-Anzeiger“ (Montag).

Demzufolge gehörte der Mediziner zu einem mobilen Impfteam, das die über 80-Jährigen Bewohner der Priorisierungsgruppe 1 des Alten- und Pflegeheims Anfang Januar gegen das Coronavirus impfen sollte. Laut Schneider hat der Arzt „im Rahmen der reibungslos verlaufenden Heimimpfung auch eine externe Person mit einer zusätzlich gewonnenen Impfdosis mitgeimpft“.

Mitarbeiter des Heims stellten Differenz fest

Dies war Mitarbeitern des Heimes dem Bericht zufolge aufgefallen, als sie bei der Zahl der gelieferten Dosen und der Zahl der geimpften Bewohner eine Differenz festgestellt hatten. Daraufhin habe die Heimleiterin die koordinierende Impfärztin informiert. Laut Schneider habe es sich bei der zusätzlich verabreichten Impfung um eine „überzählige Dosis“ gehandelt, so dass den Heim-Bewohnern kein Schaden entstanden sei.

„Alle, die geimpft werden wollten, wurden planmäßig geimpft“, sagte Schneider. Den Angaben zufolge haben die Bewohner inzwischen auch die zweite Dosis erhalten. Gleichwohl wird der Arzt für Heim-Impfungen nicht mehr eingesetzt und muss womöglich mit einem juristischen Nachspiel rechnen.

Die Rechtsabteilung der KVNO wurde eingeschaltet. „Der Mediziner wurde von uns rechtlich belehrt und wird seitdem nicht mehr am Impfgeschehen beteiligt“, sagte Schneider.

dpa

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