Asphaltseele

Gregor Weber

Als "Stefan Becker" taucht er immer "Weihnachten bei Familie Becker" im Fernsehen auf. Elf Jahre ermittelte er in verschiedenen "Tatort"-Folgen im Saarland, war dann Soldat in Afghanistan und Koch und kehrt nun als Autor auf die Krimi-Bühne zurück.

11.09.2016, 10:48 Uhr / Lesedauer: 1 min
Asphaltseele

Asphaltseele von Gregor Weber

Gregor Webers erster Krimi "Asphaltseele" zeichnet sich durch einen großartigen "Helden" aus, der eigentlich eher ein Loser ist und doch mitten rein gerät in eine sehr spezielle Ermittlung. Ruben Rubeck ist Kommissar im Frankfurter Bahnhofsviertel, wo er auch lebt. Eine gescheiterte Ehe hat er hinter sich, Kontakte zu Frauen laufen meist über eine Prostituierte, die er aus seiner Stammkneipe kennt.

In Schießerei geraten

Als er am Feierabend das eine oder andere Bierchen zischt und dann nicht wirklich nüchtern aus seiner Stammkneipe wankt, gerät er in eine Schießerei, rettet eine junge Frau und schießt einen Mann an. Dieser entpuppt sich als Gangsterboss aus dem Kosovo.

Sein Bodyguard ist tot, erschossen von drei Männern, die zunächst im Rockermilieu verortet werden. Dass dieser Bodyguard früher zur Elitetruppe GSG9 gehörte, erfährt Ruben erst später.

Bei den internen Ermittlungen zu seinen Schüssen aus der Dienstwaffe lernt er den LKA-Beamten Nawrocki kennen. Der ihn ein paar Tage später um Hilfe bittet.

Verletzter Gangsterboss

Ruben soll sich um den verletzten Gangsterboss im Krankenhaus kümmern. Unter der Hand sozusagen, ohne offiziellen Auftrag der Frankfurter Polizei. Der Raucher und Bier-Freund denkt nach - und lässt sich darauf ein. Nicht ahnend, was da auf ihn zukommt.

Webers Anti-Held ist auf den ersten Blick kein Sympathieträger, doch Seite um Seite kommt man in dem spannenden Krimi-Erstling auch dem Menschen Ruben Rubeck auf die Schliche. Und der hat mit allen Ecken und Kanten doch was an sich.

Ein gelungener Krimi-Auftakt von Gregor Weber, herb und handfest. Nichts für schwache Nerven und sensible Naturen.

Gregor Weber: Asphaltseele, 240 S., Heyne, 14,99 Euro, ISBN 978-3-453-27020-6.