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Atomkraftgegner protestieren in Bochum

Montag Mahnwache

Die Kraftwerkskatastrophe in Japan hat auch die Bochumer Atomstromgegner am Sonntag spontan auf den Plan gerufen.

BOCHUM

von Von Ines Eckermann

, 13.03.2011 / Lesedauer: 3 min
Atomkraftgegner protestieren in Bochum

Mit diesem Schild zieht Lilo Wortelmann schon seit Jahrzehnten von Demo zu Demo und versucht von einer anderen Energiepolitik zu überzeugen.

Atomkraft? Nein, danke! Diesen Slogan tragen die Atomkraftgegener schon seit den späten 1960er Jahren auf ihren Fahnen und Aufklebern spazieren. Durch die aktuellen Ereignisse in Japan wird der Protest gegen die Kernenergie wieder lauter: Am späten Samstagabend beschlossen Bochumer Atomkraftgegener der Grünenfraktion und des Projekts "Heimatstadt Tschernobyl" eine spontane Demonstration auf die Beine zu stellen - gut 300 Mensch folgten dem Ruf. Und so zieht am Sonntagmittag ein friedlicher Lindwurm aus Atomkraftgegenern, jungen Familien und besorgten Bürgern durch die Bochumer Innenstadt, um auf die Gefahren dieser Art der Energiegewinnung aufmerksam zu machen."Kranke Kinder"

Viele der Demonstranten engagieren sich schon länger für die verstärkte Nutzung regenerativer Energiequellen - sie sorgen sich nicht erst, seit ein Erdbeben ein japanisch Atomkraftwerk zum Einsturz brachte: So auch Lilo Wortelmann. Als Mitarbeiterin des Projektes "Heimatstadt Tschernobyl" betreut sie selbst seit mehreren Jahren die Strahlenopfer des Reaktorunglücks in Weißrussland. "Die Kinder kommen dort auch heute noch ohne Finger oder Zehen auf die Welt. Die sind da alles krank", erklärt Wortelmann, warum ihr die atomare Stromgewinnung Bauchschmerzen bereitet."Großes Risiko"

Viele schwenken Fahnen, einige tragen Transparente, über einen Lautsprecherwagen werden dann und wann kurze Reden gehalten, die die Passanten zum Umdenken auffordern sollen. "Die Sonne schickt uns keine Rechnung", meint Wortelmann und verweist darauf, dass es ohne Kernenergie gehe. Das jüngste Unglück in Japan mache einmal mehr die Risiken der Atomkraft deutlich. Die mitdemonstrierenden jungen Eltern machen sich Sorgen um die Gesundheit und Zukunft ihrer Kinder. Mit der spontanen Demonstration hoffen sie, die Bundesregierung zu einer weniger atomlastigen Energiepolitik zu bewegen - und so ein zweites Tschernobyl zu verhindern.Mahnwache am MontagAm Montag finden bundesweit Mahnwachen gegen die Nutzung der Kernenergie statt. Auch in Bochum lädt ein überparteiliches Bündnis dazu ein, um 18 Uhr auf dem Rathausvorplatz einen Moment innezuhalten, um den Opfern der Katastrophe in Japan zu gedenken und den Ausstieg aus der Atomenergie zu fordern.