Attacke am Flughafen - Polizei findet Waffen

Fußball-Gewalt

Die Massenschlägerei mit 120 rivalisierenden Fans am Dortmunder Flughafen war laut Polizei ein Angriff auf Fans des FC Schalke. Laut Polizei spricht vieles für BVB-Fans als Angreifer. Am Mittwochabend bewarfen sich beide Lager mit Steinen. Die Beamten fanden bei Kontrollen außerdem einige Waffen.

WICKEDE

von Von Tobias Großekemper

, 07.03.2013, 12:43 Uhr / Lesedauer: 3 min
Die Polizei kontrollierte zahlreiche Autos.

Die Polizei kontrollierte zahlreiche Autos.

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Fanschlägerei am Dortmunder Flughafen

Am Dortmunder Flughafen haben sich mehr als 100 Fans der rivalisierenden Revierclubs Borussia Dortmund und Schalke 04 eine Schlägerei geliefert.
06.03.2013
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Auf dem Dortmunde Flughafen haben sich mehr als100 Schalke- und BVB-Fans eine Schlägerei geliefert.© Foto: Frank Bock/Pressebild Bock
Es gab einen Großeinsatz der Polizei.© Frank Bock/Pressebild Bock
Auch Journalisten waren schnell vor Ort,© Frank Bock/Pressebild Bock
Polizeieinsatz bei der Schlägerei am Dortmunder Flughafen.© Frank Bock/Pressebild Bock
Die Schalker Fans hatten am Dortmunder Flughafen befreundete Fans aus Mazedonien abholen wollen. Dabei kam es zur Schlägerei mit BVB-Anhängern.© Frank Bock/Pressebild Bock
Polizeieinsatz bei der Schlägerei am Dortmunder Flughafen.© Frank Bock/Pressebild Bock
Polizeieinsatz bei der Schlägerei am Dortmunder Flughafen.© Frank Bock/Pressebild Bock
Die Schalker Fans hatten am Dortmunder Flughafen befreundete Fans aus Mazedonien abholen wollen.© Frank Bock/Pressebild Bock
Polizeieinsatz bei der Schlägerei am Dortmunder Flughafen.© Frank Bock/Pressebild Bock
Die Polizei kontrollierte zahlreiche Autos.© Frank Bock/Pressebild Bock
Polizeieinsatz bei der Schlägerei.© Frank Bock/Pressebild Bock
Die Polizei kontrollierte zahlreiche Autos.© Frank Bock/Pressebild Bock
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Polizeikontrollen nach Massenschlägerei am Flughafen

Bei den Polizeikontrollen nach der Massenschlägerei tauchten in Autos von BVB- und Schalke-Anhängern mehrere Waffen auf.
07.03.2013
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Diese Waffen fand die Polizei bei den Autokontrollen am Flughafen in Wagen von BVB- und Schalke-Anhängern.© Foto: Polizei Dortmund
Bei den Polizeikontrollen nach der Massenschlägerei tauchten in Autos von BVB- und Schalke-Anhängern mehrere Waffen auf.© Foto: Rene Werner/IDA News
Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an.© Foto: Rene Werner/IDA News
Großeinsatz der Polizei am Dortmunder Flughafen.© Foto: Rene Werner/IDA News
Die Polizei setzte auch Hunde ein.© Foto: Rene Werner/IDA News
Rivalisierende Fußball-Fangruppen gerieten am Mittwochabend aneinander.© Foto: Rene Werner/IDA News
Die Polizei vermutet, dass die BVB-Anhänger die Schalke-Fans gezielt überfallen haben.© Foto: Rene Werner/IDA News
Großaufgebot der Polizei am Dortmunder Flughafen.© Foto: Rene Werner/IDA News
Die Situation beim nächtlichen Einsatz war zunächst unübersichtlich.© Foto: Rene Werner/IDA News
Rivalisierende Fußball-Fangruppen gerieten am Mittwochabend aneinander.© Foto: Rene Werner/IDA News
Die Polizei entsandte unter anderem eine Einsatzhundertschaft.© Foto: Rene Werner/IDA News
Nächtlicher Einsatz am Flughafen.© Foto: Rene Werner/IDA News
Die Beamte stellten mehrere Waffen sicher.© Foto: Rene Werner/IDA News
Rivalisierende Fußball-Fangruppen gerieten am Mittwochabend aneinander.© Foto: Rene Werner/IDA News
Rivalisierende Fußball-Fangruppen gerieten am Mittwochabend aneinander.© Foto: Rene Werner/IDA News
Rivalisierende Fußball-Fangruppen gerieten am Mittwochabend aneinander.© Foto: Rene Werner/IDA News
Rund um den Flughafen hielt die Polizei 13 Autos an.© Foto: Rene Werner/IDA News
Rivalisierende Fußball-Fangruppen gerieten am Mittwochabend aneinander.© Foto: Rene Werner/IDA News
Rivalisierende Fußball-Fangruppen gerieten am Mittwochabend aneinander.© Foto: Rene Werner/IDA News
Rivalisierende Fußba--Fangruppen gerieten am Mittwochabend aneinander.© Foto: Rene Werner/IDA News
Die Polizei leitete gegen mehrere Personen Strafverfahren wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs und der gefährlichen Körperverletzung ein.© Foto: Rene Werner/IDA News
Rivalisierende Fußball-Fangruppen gerieten am Mittwochabend aneinander.© Foto: Rene Werner/IDA News
Rivalisierende Fußball-Fangruppen gerieten am Mittwochabend aneinander.© Foto: Rene Werner/IDA News
Rivalisierende Fußball-Fangruppen gerieten am Mittwochabend aneinander.© Foto: Rene Werner/IDA News
Rivalisierende Fußball-Fangruppen gerieten am Mittwochabend aneinander.© Foto: Rene Werner/IDA News
Rivalisierende Fußball-Fangruppen gerieten am Mittwochabend aneinander.© Foto: Rene Werner/IDA News
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Die Polizei hat die ersten Ermittlungsergebnisse veröffentlicht. Sie geht davon aus, dass die Massenschlägerei im unmittelbaren Zusammenhang mit dem am kommenden Samstag stattfindenden Revierderby steht. "Dortmunder Problemfans haben offensichtlich die Ankunft der mit den Schalkern befreundeten Fans aus Skopje in Erfahrung gebracht", schreibt sie in einer Pressemitteilung. "Vieles spricht dafür, dass sie sie am Flughafen abgepasst und ihnen einen gewalttätigen Empfang bereitet haben."

Die Polizei nennt auch Details zum Verlauf der Randale.  Nach jetzigen Erkenntnissen empfing gegen 21 Uhr eine größere Gruppe von etwa 30 Personen, die laut Polizei alle der Schalker Ultra-Szene zuzuordnen sind, in der Ankunftshalle des Flughafens ca. 20 befreundete Fußballanhänger aus Skopje, die rund eine Stunde zuvor am Flughafen in Dortmund gelandet waren. Gemeinsam verließen die ca. 50 Männer das Flughafengebäude. 

Dem freundlichen Empfang folgte der gewalttätige: Vor dem Flughafen hielt sich laut Polizei zu diesem Zeitpunkt eine rund 70-köpfige Personengruppe auf. "Aus dieser Gruppe heraus wurden verbale Provokationen in Richtung der Schalke- und Skopje-Fans gerufen, dann wurde auch Pfefferspray eingesetzt", so die Polizei in der Pressemitteilung. Anschließend rannten die bislang unbekannten Angreifer vom Eingang des Flughafens in Richtung der Wickeder Chaussee und kletterten über den Zaun zur Straße hin. Von dort warfen sie "eine Vielzahl von Steinen" in Richtung der Gelsenkirchener/Skopje-Anhänger.Es entwickelte sich eine wahre Steinwurf-Schlacht: Die Schalker und Skopjer nahmen die Wurfgeschosse auf, und schmissen sie in Richtung Wickeder Chaussee zurück. Dann flüchteten sie mit ca. 15 vor dem Flughafeneingang geparkten Pkw.  

Die Dortmunder Polizei entsandte starke Einsatzkräfte, unter anderem eine Einsatzhundertschaft. Als sie vor Ort ankam, war die Massenschlägerei schon vorbei. In der Umgebung des Flughafens wurden insgesamt 13 Pkw angehalten und die darin 43 befindlichen Personen überprüft. Es handelt sich um 32 Schalker Ultras und 11 Mazedonier.   Bei der Durchsuchung der Fahrzeuge der Schalker fand die Polizei diverse Schlagwerkzeuge (Baseballschläger, Teleskopschlagstock) sowie Pfefferspray, Messer und Gebissschutz. Sie wurden beschlagnahmt.   "Von allen Personen wurde die Identität festgestellt, sie wurden erkennungsdienstlich behandelt und ihnen wurden Platzverweise erteilt", so die Polizei. Gegen diese Personen sowie gegen die Unbekannten wurden Strafverfahren wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs und der gefährlichen Körperverletzung eingeleitet.  

Im Rahmen der Fahndung wurden im Nahbereich des Flughafens sieben Personen von der Polizei kontrolliert, die der Dortmunder Fußballfanszene zuzuordnen sind. Sie führten Lederhandschuhe, Sturmhauben, Halstücher und einen Teleskopschlagstock mit sich. Nach Ihrer Überprüfung und Beschlagnahme der mitgeführten Gegenstände erhielten auch sie Platzverweise und wurden vor Ort entlassen.   Die Dortmunder Polizei hat sich mit der Polizei in Gelsenkirchen, der Bundespolizei, dem Flughafen Dortmund und den beiden Fußballvereinen in Verbindung gesetzt. Hierbei hat die Polizei empfohlen, gegen alle festgestellten Beteiligten Stadionverbote für den kommenden Samstag auszusprechen.     

Zu der Massenschlägerei am Dortmunder Flughafen am Mittwochabend gibt es bisher noch keine neuen Erkenntnisse der Polizei. "Wir fassen noch zusammen und versuchen, Licht in das Dunkel zu bringen", so eine Sprecherin der Polizei. Erst gegen Mittag wisse man wahrscheinlich mehr und könne sich weiter äußern. Am Mittwochabend hatten sich rund 120 Fans am Flughafen geprügelt, Steine waren geworfen und Tränengas eingesetzt worden. Als zu Hilfe gerufenen Polizeikräfte am Flughafen eintrafen, zogen sich die Schläger zurück, zwölf Fahrzeuge konnten noch von der Polizei gestoppt werden, in ihnen saßen unter anderem sogenannte Problemfans aus Gelsenkirchen als auch Mazedonier.

Kurz vor der Auseinandersetzung war gegen 20 Uhr am Dortmunder Flughafen eine Maschine aus Skopje gelandet. Laut der Homepage der Ultras Gelsenkirchen besteht zwischen mazedonischen Fans aus Skopje und den Ultras Gelsenkirchen seit 2004 eine "Fanfreundschaft". In einer ersten Mitteilung teilte die Polizei Mittwochnacht mit, dass diese mazedonischen Fans von ihren Gelsenkirchener "Freunden" abgeholt wurden, beim Verlassen des Flughafens sei diese Gruppe dann von einer "unbekannten, vermutlich rivalisierenden Fngruppierung attackiert" worden.

Dass es sich bei dieser Gruppe um Dortmunder Fans gehandelt hat, ist noch nicht gesichert. Allerdings fand der Vorfall auf Dortmunder Stadtgebiet statt, am Samstag kommt es in Gelsenkirchen zum Derby gegen Dortmund, beim Hinspiel in Dortmund war es im vergangenen Jahr zu schweren Ausschreitungen gekommen. Ein Flughafensprecher sagte, er sei "erschüttert über das, was da passiert sei". Es gebe in allen sensiblen Bereichen des Flughafens Kameras, die zur Überwachung eingesetzt würden. Diese Kameras würden allerdings nur beobachten und nicht aufzeichnen.

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