Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Auf den Spuren der Dortmunder Trink- und Esskultur

Kulinarische Stadtführung

Kaffeerösterei statt Stahlwerk: In Hörde brennt heute ein anderes Feuer als noch vor einigen Jahren, und das ist nicht das Einzige, was sich im Stadtbezirk geändert hat. Bei einer kulinarischen Stadtführungen können Interessierte die Dortmunder Trink- und Esskultur entdecken.

HÖRDE

von Von Stephanie Kunsleben

, 25.11.2013
Auf den Spuren der Dortmunder Trink- und Esskultur

Anja Hecker-Wolf (r.) und Monika Driesner-Goerke wollen in unterschiedlichen Rundgängen durch den Stadtteil die kulinarischen Besonderheiten Hördes hervorheben.

„Das Gesicht von Hörde verändert sich – wir wollen den Menschen die Geschichte und die Entwicklungen nicht nur zeigen – wir wollen, dass sie sie erleben“, erklärt Monika Driesner-Goerke. Gemeinsam mit Anja Hecker-Wolff bietet sie die Stadtrundgänge „Hörde schmecken und entdecken“ an. Das passt gut, denn Erstere ist Historikerin, letztere Ernährungsberaterin.

Beim Rundgang „Burgfeuer“ geraten die Teilnehmer zwar nicht so ins Schwitzen wie die Arbeiter in den Stahlwerken, trotzdem kommen sie in den Genuss echter Arbeiter-Kost. „Die Hörder Kartoffelsuppe mit Mettwurst ist eine deftige Spezialität. Die Arbeiter mussten ja schließlich satt werden“, erklärt Anja Hecker-Wolf.Spannende Geschichten spicken den Weg vorbei an Phoenix-See und Hörder Burg. Bei einem westfälischen Salzkuchen, der eine Dortmunder Erfindung sein soll, und einem originalen Phoenix-Bier, wird das Trinkverhalten der Dortmunder schnell zum Thema. Hochprozentiges bekamen die Dortmunder im Mittelalter noch beim Apotheker. Der destillierte den Schnaps und vermischte ihn mit Heilkräutern. „Zu Beginn der Industrialisierung war dann der Kartoffelschnaps so billig und beliebt, dass es zur sogenannten Brandwein-Pest kam“, erklärt Monika Driesner-Goerke. Als sich dann die ersten Gewerkschaften bildeten, sollen sie die Arbeiter aufgerufen haben „Trinkt lieber Bier!“ – zum Abschluss der Tour gibt es trotzdem einen originalen Hörder Schnaps.

Der Rundgang „Rebstock“ verfolgt die Spuren der Dortmunder Trink-Kultur noch etwas weiter zurück. Der „Winzerweg“, „Am Rebstock“ und die „Weingartenstraße“ erinnern heute noch an den Hörder Weinbau im 13. Jahrhundert. Nach einer Weinverkostung mit Häppchen geht es vorbei an Gebäuden aus der Gründerzeit. „Auch heute sieht man wieder Rebstöcke am Ufer des Phoenix-Sees“, verrät Anja Hecker-Wolff. Seinem Titel entsprechend wird´s beim Rundgang „Kaffeekränzchen“ gemütlich. „Nach dem Aus des Hörder Stahlwerks brennt heute ein anderes Feuer in Hörde“, sagt Driesner-Goerke. Der Weg führt in eine Kaffeerösterei mit Kaffeeverkostung und einem Schaurösten am Trommelröster. „Wir wandeln uns langsam zu einer Kaffee-Kränzchen-Kultur“, sagen die beiden Stadtführerinnen. 

Die Rundgänge finden auf Anfrage statt, wobei mindestens 10 Personen und maximal 15 Personen an einem Rundgang teilnehmen. Die Dauer der jeweiligen Touren beträgt 1,5 bis 2 Stunden. Startpunkt ist jeweils die Schlanke Mathilde in Hörde, an der Schlanken Mathilde. Der Rundgang Burgfeuer kostet 18,50 Euro, der Rundgang Rebstock 19,50 Euro und der Rundgang Kaffeekränzchen kostet 27,50 Euro. Anmeldungen sind unter Tel. (0176) 50 29 62 16 möglich.