Auf den Spuren des Foto-Pioniers Peter Keetman

Museum Folkwang Essen

"Diese Ausstellung wurde lange erwartet", sagt Kurator Florian Ebner. Die Stiftung F.C. Grundlach und die Fotografische Sammlung des Museum Folkwang in Essen haben sich zu Peter Keetmanns 100. Geburtstag gemeinsam an eine Retrospektive des bedeutenden Fotografen gewagt.

ESSEN

, 03.07.2016, 14:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auf den  Spuren des Foto-Pioniers Peter Keetman

Ein einfallsreiches Selbstporträt von Peter Keetman aus dem Jahr 1957

"Wir haben das Gefühl, das ist der ganze Keetman", sagt Petra Steinhardt über die Ausstellung mit 360 Exponaten, die sie mit Florian Ebner und Sebastian Lux kuratiert.

Die Schau zeigt einen Querschnitt durch die Arbeiten des Fotografen - von Fotos aus dem Zweiten Weltkrieg bis zu Industrie-Fotografie und Landschaftsaufnahmen.

"Stadt in Bewegung"

Zu Beginn der Ausstellung finden sich die frühen Arbeiten Keetmans: Fotos von Soldaten und Zivilisten im Krieg, ein Foto zeigt den versehrten Keetman selbst. 1949 gründete er mit Wolfgang Reisewitz, Toni Schneiders und Ludwig Windstoßer die Gruppe "Fotoform", die hauptsächlich Großaufnahmen machte.

In den 50er-Jahren hat Keetman den Wiederaufbau Münchens fotografisch begleitet. "Stadt in Bewegung" heißt deshalb ein Ausstellungsraum im Museum Folkwang, der sich nur dieser Bilderserie widmet. Hieraus stammt auch das bekannte Foto "Der Stachus", das den Münchner Platz zeigt und durch Mehrfachbelichtung stark verdichtet wurde.

Lichtpendel-Schwingungen

Ein weiterer Raum zeigt die bekannten "Lichtpendel-Schwingungen" Keetmans. Fünf Jahre hat der Fotograf sich diesen Arbeiten verschrieben. Mit langen Belichtungszeiten hat er schwingende Lichtpendel abgelichtet, das Ergebnis: leuchtende Spiralen, Ovale, Kreise.

"Die Bilder sind nur Licht im Raum. Sie haben kein Motiv, der Raum entsteht nur in der Fläche", beschreibt Sebastian Lux die Arbeiten. Durch raffinierte Konstruktionen konnte Keetman die Bewegungen des Lichts einfangen - das Ergebnis ist faszinierend.

Gestaltete Welt

Deutlich dokumentarischer sind die Fotos aus der VW-Serien, die Keetman 1953 während einer einwöchigen Werksbesichtigung machte. Autos am Fließband, tausende Schrauben, Regale voller Stoßstangen.

Wieder ganz anders sind Keetmans Landschaftsaufnahmen, entstanden im Chiemgau, seiner Wahlheimat. Diese Fotos strahlen vor allem Ruhe aus und sind ein schöner Abschluss dieser Retrospektive mit dem passenden Namen "Gestaltete Welt". Bettina Ansorge

: "Peter Keetman: Gestaltete Welt", bis 31.7., Museumsplatz 1, Di, Mi 10-18 Uhr, Do, Fr 10-20 Uhr, Sa, So 10-18 Uhr, Eintritt frei, Katalog 48 Euro.

 

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