Nordstadt-Bewohner: „Auf diesem Fußweg ist das Gehen lebensgefährlich“

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Hermann Paweletz beobachtet regelmäßig riskante Situationen auf dem Bürgersteig an der Borsigstraße. Der Nordstadt-Bewohner nennt gleich mehrere Gründe für die stetige Gefahr.

Nordstadt

, 19.10.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn seine Frau zum Einkaufen geht, dann ist das für Hermann Paweletz alles andere als eine alltägliche Angelegenheit: „Ich habe jedes Mal Angst um sie.“ Denn auf dem Weg zum Supermarkt muss die Gattin, die aus Richtung Borsigplatz kommt, die Eisenbahnüberführung Borsigstraße/Ecke Gronaustraße entlanggehen.

„Und das ist aufgrund der Enge auf diesem Fußweg lebensgefährlich“, sagt Paweletz, „die Spiegel von Lastwagen schießen knapp am Kopf der Menschen vorbei, wenn mehrere nebeneinander unterwegs sind. Hinzu kommt, dass von der Mauer auf der anderen Seite des Bürgersteigs oft noch Brombeerranken herabhängen.“

Nordstadt-Bewohner: „Auf diesem Fußweg ist das Gehen lebensgefährlich“

Sobald mehrere Menschen auf dem Bürgersteig unterwegs sind, wird's eng – und gefährlich. © Michael Schuh

Tatsächlich drängen sich zahlreiche Passanten, teilweise mit Kinderwagen oder Rollator, auf diesem schmalen Teilstück nebeneinander her; vielfach nehmen die Einkaufstüten weiteren Platz weg.

„Die trauen sich hier erst gar nicht mehr her“

Das gehe so weit, fährt Paweletz fort, dass diese Passage von manchen Anwohnern inzwischen komplett gemieden werde: „Bei einem bekannten Ehepaar sitzt die Frau im Rollstuhl und wird von ihrem Mann geschoben. Die trauen sich hier erst gar nicht mehr her.“

Aber warum ereignen sich überhaupt derart gefährliche Situationen? Der 76-jährige Rentner hat auf diese Frage gleich mehrere Antworten parat.

Zunächst einmal könne man rund um den Borsigplatz ja kaum noch einkaufen, sodass viele der dortigen Anwohner auf dem Weg zum Einkaufszentrum unter den Bahnschienen hergehen müssten.

„E-Scooter sind eine Erfindung des Teufels“

Extrem verstärkt habe sich das Problem durch die zunehmende Zahl an E-Scootern, die auf dem Fußweg statt auf der Straße unterwegs seien: „Und das volle Kanne. Ich sage Ihnen, das ist eine Erfindung des Teufels.“

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Zudem werde der Fahrradweg zwar unmittelbar vor der Unterführung auf die Straße geleitet, doch zahlreiche Zweiradfahrer blieben auf dem Fußweg, anstatt auf die viel befahrene Straße abzubiegen. Eine gleichermaßen enge wie heikle Angelegenheit.

Viel zu schnell unterwegs

Und nicht zuletzt sei ein Großteil der Autos viel zu schnell unterwegs. Zwar wiesen Tempo-30-Schilder auf die zulässige Höchstgeschwindigekeit hin, „doch da hat man das Gefühl, die dienen in erster Linie der Straßenverschönerung“.

Um der Problematik Einhalt zu gebieten, könnten laut Paweletz zumindest Teile der einseitig beengenden Mauer nach hinten versetzt werden, um so den Bürgersteig breiter und sicherer zu gestalten.

Doch der Rentner ahnt jetzt schon, welche Antwort er auf solche Vorschläge bekommt: „Dann wird wieder mal gesagt, das Grundstück gehöre ja der Bundesbahn – da könne man nichts machen.“

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