Auf Streife mit Oberkommissar Reiner Stoepel

Polizei

WATTENSCHEID Der Bezirk 202 in Bochum. Von der Ludwig-Steil-Straße bis zur Jahrhunderthalle: Das ist sein Revier. Täglich läuft er hier mindestens zwei Stunden Streife.

von Von Barbara Böckmann

, 24.07.2009, 12:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er ist Reiner Stoepel, Polizeioberkommissar im Bezirksdienst. Seit 30 Jahre ist er bei der Polizei tätig. Früher als Hundeführer. Seit Mai 2008 im Bezirksdienst Wattenscheid. Er ist selbst gebürtiger Wattenscheider, kennt sich hier aus. Während der Streife sprechen ihn immer wieder Menschen an, grüßen, fragen nach seinen Kindern. Bürgernähe ist dem zweifachen Familienvater wichtig. "Ich bin hier aufgewachsen", erzählt er, "da baut sich ein enger Kontakt zu den Leuten auf."

Aufenthaltsermittlung

Sein erster Termin heute: Eine so genannte Aufenthaltsermittlung. Stoepel soll eine gerichtliche Vorladung überbringen. Den Aufenthaltsort der gesuchten Person kennt er bereits: Doch obwohl durch das Fenster Personen zu sehen sind, öffnet auch nach wiederholtem Klingeln niemand die Tür. "Und dabei will ich nur einen Brief gegen Empfangsbestätigung abgeben", sagt Stoepel und schüttelt den Kopf. Aber leider hätten viele Angst vor der Polizei. Er hinterlässt seine Visitenkarte, damit sich die Person später bei der Wache melden kann.

Unterstützung

Der nächste Einsatz: Die Überprüfung eines Fahrverbots. Den Führerschein musste der ältere Herr abgeben. Dennoch bleibt die Suche nach dem Auto erfolglos. Vor der Haustür ist das Fahrzeug nicht zu sehen. Reiner Stoepel hält Rücksprache mit den Kollegen auf der Wache. Die Situation klärt sich: "Der Sohn hat sich das Auto ausgeliehen." Auf dem Weg durch Wattenscheids Straßen berichtet Stoepel von der Opferbetreuung der Polizeibeamten. "Nach einem Einbruch unterstützen wir die Betroffenen beispielsweise beim Ausfüllen von Versicherungsformularen", erklärt der 50-Jährige. "Vielen Opfern ist auch schon durch ein einfaches Gespräch geholfen."

In Schulen und Kindergärten sucht er den direkten Kontakt mit Lehrern und Eltern. "Braucht ihr bunte Kreide für die Kinderbetreuung?", fragt Reiner Stoepel, als er zufällig Elke Luthe vor der Grundschule trifft. "Ich habe welche bei uns im Keller gefunden." "Klar." Elke Luthe, die in der Grundschule die Nachmittagsbetreuung übernimmt, ist hoch erfreut über den persönlichen Einsatz des Polizisten, der zu Beginn jedes neuen Schuljahres auch die Schulwegbegehungen mit den Erstklässlern durchführt.Vorträge über die Sicherheit im Straßenverkehr

Für die Eltern hält Stoepel Vorträge über die Sicherheit im Straßenverkehr und öffnet vielen von ihnen die Augen. "Ein Unfall kündigt sich nicht vorher an. Aber durch einfache Dinge wie das Helmtragen beim Fahrradfahren wird Schlimmeres verhindert." Die Wache in Wattenscheid

Mit 71 Beschäftigten ist die Wache Wattenscheid die zweitgrößte in Bochum. Im Bezirksdienst Wattenscheid sind zusätzlich acht Polizeibeamte tätig. Die Wache ist durchgängig 24 Stunden besetzt. Neben den allseits bekannten Polizeiautos sind auch zwei Fahrräder im Einsatz auf denen Reiner Stoepel und seine Kollegen bei gutem Wetter im Bezirk Streife fahren.