Aufbruch in eine neue Ära mit Jens-Daniel Herzog

Oper Dortmund

DORTMUND "Wir machen Theater für alle", hat Jens-Daniel Herzog vor einem Jahr versprochen, als er seinen Vertrag als neuer Opernintendant am Theater Dortmund unterschrieben hat. Am 1. März stellt der 46-Jährige seinen ersten Spielplan vor. Und löst sein Versprechen damit ein.

von Von Julia Gaß

, 15.02.2011, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Da geht's lang mit Jens-Daniel Herzog: Der neue Dortmunder Opernintendant stellt in zwei Wochen einen spannenden Spielplan vor und bricht auf zu neuen Ufern.

Da geht's lang mit Jens-Daniel Herzog: Der neue Dortmunder Opernintendant stellt in zwei Wochen einen spannenden Spielplan vor und bricht auf zu neuen Ufern.

Abwechslungsreich, spannend und umfangreich ist die erste Saison des Mielitz-Nachfolgers, der am 1. August sein zunächst auf fünf Jahre befristetes Amt antritt. Zehn Programmreihen hat er entwickelt, zehn Premieren bereitet er für die nächste Saison vor. "Ich habe die ganzen fünf Jahre durchgeplant. Wir möchten in jedem Jahr zehn Premieren herausbringen, aber die einzelnen Produktionen nicht so oft spielen wie bisher, um dem Publikum noch mehr Verschiedenes zu bieten", erklärt der Noch-Münchner sein Konzept.Haus der guten Stimmen Herzog brennt. Er freut sich auf den Start, auf das Publikum, auf sein Team, auf den Spielplan. Sein Start ist ein Aufbruch zu Neuem. Und mit dem Neuen möchte er auch einen Bogen zurück in die glanzvolle Ära von Horst Fechner schlagen. "Da wollen wir anknüpfen mit dem Ensemble. Dortmund soll wieder ein Haus der guten Stimmen werden. Ich trete mit einer sehr jungen Mannschaft an, aber auch mit erfahrenen Sängern, die schon in renommierten, großen Häusern gesungen haben. Der BVB hat auch so eine Mannschaft", sagt der Regisseur.Nur drei Sänger bleiben Drei Sänger bleiben: Tenor Hannes Brock sowie die Sopranistinnen Julia Amos und Anke Briegel. 20 feste Sängerinnen und Sänger gehören zum neuen Ensemble. Gefunden hat Herzog sie bei 1500 Vorsingen in der ganzen Welt, bei Wettbewerben und in Opernstudios. "Es sind viele Stimmen mit Perspektive dabei", verspricht Herzog. Drei Opern will der Intendant in der ersten Spielzeit selbst inszenieren: eine große Choroper, eine Mozart-Oper und die Eröffnungspremiere der Spielzeit, einen großen Klassiker, mit dem Herzog auch an große Traditionen des Hauses anknüpfen will."Schinken" und Hits "Schinken" nennt er diese Reihe mit Werken, in denen große Chöre singen, "Hits" heißt eine andere, in der die beliebtesten Opern erklingen. Eine Mozart-Reihe soll es auch geben. "Da zeigt sich das Theater nackt", weiß Herzog. Und eine Belcanto-Reihe. Auch seine Vorliebe für Barock (mit Spezialinterpreten) wird sich im Spielplan niederschlagen. Operette (ein Klassiker in der nächsten Saison) und Musical (wie berichtet "Ganz oder gar nicht" mit Regisseur Gil Mehmert) sind ebenfalls Säulen des Spielplans. An Musik des 20. Jahrhunderts will Herzog das Publikum behutsam heranführen, in der Spätromantik abholen. Eine feste Hausregisseurin gehört auch zu Herzogs neuem Team. Sie inszeniert zwei Premieren. Die Kinderoper wird "Junge Oper" heißen und fünf Premieren herausbringen.Für jeden etwas "Für jeden ist etwas dabei" könnte das Motto für den neuen Spielplan sein. "Die Leute haben einen Anspruch auf Niveau", betont der Intendant. Mit einer Operngala ("einer kleinen Geste ans Publikum") wird er die Saison eröffnen. Den Aufbruch zu Neuem in Dortmund.

Lesen Sie jetzt