Augsburgerpuppen spielt die Weihnachtsgeschichte

Neu im Kino

Die einen bauen auf Computertricks und Fotorealismus, die Augsburger Puppenkiste auf den Charme des Handgemachten. Und der hat seit den Tagen von Urmel und Kalle Wirsch nichts an Zauber eingebüßt, wie "Die Weihnachtsgeschichte" der Augsburger Marionetten-Spieler zeigt.

DORTMUND

, 25.11.2016, 16:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Alle sind an der Krippe versammelt: der Erzengel Gabriel, die Heiligen drei Könige, in der Mitte Josef und Maria.

Alle sind an der Krippe versammelt: der Erzengel Gabriel, die Heiligen drei Könige, in der Mitte Josef und Maria.

Pünktlich zum Advent bringt die Truppe einen Weihnachtsfilm ins Dortmunder Kino "Sweet Sixteen", der kein Hehl daraus macht, dass er eine Theateraufführung wiedergibt. Vor dem Stammhaus der Puppenkiste begrüßt uns ein Kasper, der uns und die Kamera in den Saal geleitet, wo Kinder auf den Rängen sitzen. "Seid’s bereit?" Jaaa! "Licht aus, Kistendeckel auf und rein ins Heilige Land!"

Musik mit Orientflair

Zwischen den Szenen auf der Bühne sehen wir Kinder, die der Vorstellung folgen. Will sagen: Jawohl, wir spielen Theater hier, so fühlt sich das an. Es fühlt sich gut an, nicht bloß für Vier-, Fünfjährige, auch für Erwachsene, die sich an ihre Jugend mit der Puppenkiste erinnern.

Da sind sie wieder, die Wackelköpfe und die Arme, die die Dialoge im Auf und Ab untermalen. Wie damals sieht man die Fäden, an denen die Figuren hängen, nur dass man heute registriert, dass allein der Esel über ein Dutzend von  ihnen verfügt. Hut ab vor der Kunst der Puppenspieler!

Klaus Marschall führte Regie bei der Produktion. Im ersten Bild beraten sich die Heiligen drei Könige, Balthasar spricht Jiddisch, die Musik verbreitet Orientflair zum Klang der Klezmer-Klarinette.

Der Esel als Erzähler

Josefs Esel grüßt als Erzähler. Kinder lieben sprechende Tiere, später wird der Esel mit Ochs' und Kamel reden. Mariä Verkündigung bildet eine der Szenen, bevor Maria und Josef nach Bethlehem aufbrechen. Die Kulissen sind liebevoll gebaut, auch Kleidung und Frisuren der Puppen.

An der Krippe, wo Jesus helle Babygluckser hören lässt, sagt das Kamel Merksätze zur Gemeinsamkeit der Religionen: "Allah, den viele Gott nennen, hat alles vorherbestimmt." Wenn Gott die Strippen zieht, wird alles gut!

Am Schluss singen Mensch und Tier "Stille Nacht" - in einem herrlich altmodischen Film, der Freude macht. Er läuft an den Adventssonntagen im Kino, in Dortmund im "Sweet Sixteen" und in Münster im "Cineplex",

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