Augusta-Kliniken waren Stunden ohne Strom

Bochumer Krankenhaus

Weil bei Bauarbeiten versehentlich Stromleitungen gekappt wurden, herrschte am Montag Ausnahmezustand in den Bochumer Augusta-Kliniken. Das halbe Krankenhaus war vom Netz getrennt. Es brauchte viele Helfer, eine Nacht und 60 Pizzen, bis wieder alles in Ordnung war.

BOCHUM

, 16.02.2016, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die ganze Nacht waren Arbeiter damit beschäftigt, die Kabelleitungen an den Augusta-Kliniken zu flicken, um das Krankenhaus wieder mit Strom zu versorgen.

Die ganze Nacht waren Arbeiter damit beschäftigt, die Kabelleitungen an den Augusta-Kliniken zu flicken, um das Krankenhaus wieder mit Strom zu versorgen.

Plötzlich war der Strom weg. Ulrich Froese saß am Montag in einer Besprechung, der Geschäftsführer der Augusta-Kliniken plante den Bau neuer Operationssäle, als gegen 15.30 Uhr der Ausnahmezustand im Krankenhaus begann. 

16 Intensiv-Patienten verlegt

Denn etwa zu dieser Zeit waren Bauarbeiter auf dem Gelände der Klinik unterwegs. "Dann hat ein Baugerät Leitungen getroffen, die es nicht treffen sollte. Der Bereich ist extra gesichert", sagt Froese. Eine große Bohrkrone, ein Meter im Durchmesser, durchtrennte die Stromleitung. An sich kein Problem, schließlich gibt es noch die Notstromversorgung. Allerdings ist diese Notleitung gleich mit gekappt worden.

Damit war etwa die Hälfte des Krankenhauses von einem Moment auf den anderen komplett ohne Strom, ohne Licht, ohne Kühlung. 16 Patienten von der Intensivstation mussten schnellstmöglich verlegt werden, die Maschinen, an denen die Menschen angeschlossen waren, hätten nur für rund 30 Minuten Restenergie aus Batterien gehabt.

Glück im Unglück

Das Klinikum hat für derartige Fälle einen Katastrophenplan bereit liegen, der zunächst vorsieht, eine Leitstelle einzurichten. "Das hat problemlos geklappt", sagt Froese. Die Verantwortlichen mussten die Fehlerquelle ausfindig machen, sie alarmierten Feuerwehr und Technisches Hilfswerk (THW), das gegen 18 Uhr eine externe Notstromversorgung zum Laufen gebracht hat.

Glück im Unglück: Laufende Operationen waren vom Blackout nicht betroffen. "Die OP-Säle hatten Vollstrom", so Froese. Ebenso wenig kamen die Patienten von der Intensivstation oder aus anderen Abteilungen zu Schaden. Ganz im Gegenteil. "Endlich war was los, die Patienten hatten was zu sehen", sagt Froese und nimmt es mit Galgenhumor.

"Stimmt das wirklich?"

Im und ums Krankenhaus jedenfalls habe ordentlich Betrieb geherrscht, die ganze Nacht über waren Mitarbeiter der Augusta-Kliniken und der Stadtwerke damit beschäftigt, die kaputten Kabel zu flicken. Fast 50 Helfer vom THW und zahlreiche Feuerwehrmänner hielten die Notstromaggregate am Laufen. Kurzerhand gab es Pizza für alle. Froese bestellte gleich 60. "Der Mann vom Pizzadienst hat gefragt, ob das wirklich stimmt."

Ab 7.30 Uhr am Dienstagmorgen lief dann wieder alles wie gewohnt. Die Kabel waren repariert, die Häuser waren zu 100 Prozent mit Strom versorgt. Zurück bleibt für Froese eine Nacht mit vier Stunden Schlaf und für das Augusta ein finanzieller Schaden in sechsstelliger Höhe, den das Bauunternehmen zu tragen haben wird.