Aus für Westbad am Kortental ist endgültig

Ratsentscheid für Umzug

Die Proteste Dorstfelder Bürger haben die Politik nicht umstimmen können: Der Rat hat am Donnerstag mit den Stimmen von SPD, CDU, FDP/Bürgerliste und AfD den Neubau des Westbads in Wischlingen beschlossen - und damit die Aufgabe des alten Standorts am Kortental in Dorstfeld.

DORSTFELD/WISCHLINGEN

, 13.07.2017, 18:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Aus für Westbad am Kortental ist endgültig

Nasser Protest: 200 Menschen gingen am Mittwoch gemeinsam baden, um gegen die geplante Schließung des Westbads zu protestieren. Das Bad steht auf der Sparliste der klammen Stadt.

Vor der Ratssitzung hatten noch einmal Vertreter der Initiative für das Westbad im Kortental für das Festhalten am alten Standort geworben und in der Sitzung von Linken-Ratsherr Thomas Zwayer einen Appell verlesen lassen. Das Bad am Kortental habe wegen der besonderen Nähe zu den Nutzern in Dorstfeld besonders eine soziale Funktion, lautete ihr Hauptargument.

Grüne und Linke/Piraten schlossen sich der Dorstfelder Initiative an. „Uns haben die sozialpolitischen Gründe überzeugt“, erklärte Grünen-Fraktionssprecherin Ingrid Reuter. Zumal es keine wirtschaftlichen Gründe mehr gebe, die für den Standort Wischlingen sprechen, wie Grünen-Ratsfrau Katrin Klausmeier ergänzte. Denn an der betriebswirtschaftlichen Bewertung für ein neues Bad in Wischlingen gibt es seitens der Kritiker erhebliche Zweifel.

Kritiker: kein durchdachtes Konzept, nur Aktionismus

Auch der Preisvorteil beim Bau könnte weiter schmelzen, wenn, wie von der SPD eingebracht, nun doch ein eigenes Kinderbecken im Bad-Neubau berücksichtigt werden soll. Ein entsprechender Antrag wurde an den Sportausschuss überwiesen. Auch der Sprecher der Fraktion Die Linke&Piraten, Utz Kowalewski, zweifelte die Zahlen an. Hinter der Entscheidung für Wischlingen stecke kein durchdachtes Konzept, sondern nur Aktionismus, führte Piraten-Ratsvertreterin Nadja Reigl aus.

Die Mehrheit im Rat sah das anders. Nach endloser Diskussion sei man endlich zu einem guten Ergebnis gekommen, stellte die sportpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Ute Mais, fest. „Und wir investieren über 12 Millionen Euro in den Sport.“

Lob für Initiative vom Oberbürgermeister

„Wir machen den Standort Wischlingen attraktiver“, meinte der Sprecher der Fraktion FDP/Bürgerliste, Lars Rettstadt. Und er glaubt weiterhin an Kostenvorteile durch die Nachbarschaft des neuen Sportbads zum bestehenden Freizeitbad Wischlingen. „Die Synergieeffekte tun unserem Haushalt gut“, sagte Rettstadt. AfD-Fraktionssprecher Heiner Garbe sprach von der Chance, in Wischlingen ein „Zukunftskonzept der Vernunft umzusetzen“.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau fand am Ende für die Vertreter der Bürgerinitiative, von denen viele die Ratsdebatte auf der Zuschauertribüne folgten, lobende und versöhnliche Worte. „Gehen Sie davon aus, dass das, was Sie eingebracht haben, sehr ernstgenommen und wertgeschätzt wurde“, stellte er fest. Und er lud die Initiative ein, sich bei der Detailplanung für das neue Bad in Wischlingen und den alten Standort am Kortental weiter einzubringen.

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