Aus Kwanza Sul, Angola, nach Bochum für ein besseres Leben

St. Josefs-Hospital

In seinem Heimatland Angola konnten die Ärzte die Krankheit eines jungen Patienten nicht heilen. Darum kam der Zehnjährige nach Bochum ins Helios St. Josefs-Hospital. Hier konnte man ihm helfen. Seine Krankheit sieht man ihm nicht mehr an.

LINDEN

18.12.2013, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Aus Kwanza Sul, Angola, nach Bochum für ein besseres Leben

Eduardo de Almeida vom Friedensdorf Oberhausen (links) und Steven Gomes von den Helios Kliniken kümmerten sich um Manuel. Vor allem zu Gomes baute der 10-Jährige eine sehr enge Bindung auf.

Möslein übernahm in den vergangenen Wochen die medizinische Betreuung des Jungen, der mit rund 150 weiteren Kindern Anfang November vom Friedensdorf Oberhausen nach Deutschland gebracht wurde – damit er hier eine medizinische Behandlung erhält, die man ihm in Angola nicht bieten konnte. Manuel ist nach den Behandlungen und einer Operation im Hospital wieder gesund und munter. Am Mittwoch, 18. Dezember, ging es für ihn zurück zu den anderen Kindern in das Friedensdorf in Oberhausen. Im Mai 2014 kommt Manuel, der die Herzen des ganzen Krankenhauses für sich gewann – sowohl die des Personals als auch die der Patienten – wieder nach Angola. Dort warten seine Eltern, drei Brüder und vier Schwestern auf ihn. Keiner von ihnen konnte den Jungen auf seiner abenteuerlichen Reise begleiten. „Das ist vor allem für die ganz kleinen Kinder schwer“, sagt Mona Emamzadeh vom Friedensdorf.

Tränen und Verzweiflung sind da keine Seltenheit. „Aber auch für die Betreuer und Mitarbeiter ist das problematisch“, sagt Jasmin Peters vom Friedensdorf. „Diese müssen auf der einen Seite den Trennungsschmerz der Kinder lindern, aber dürfen sich dennoch nicht zu sehr an die Kinder binden.“ Die Trennung fiel gestern auch den Helios-Mitarbeitern ungemein schwer. „Wir wünschen ihm das Beste und werden ihn vermissen“, sagt Möslein. Zu ihr, die fließend Spanisch spricht, baute Manuel in den vergangenen Wochen eine enge Bindung auf – aber auch zu Steven Gomes, der zurzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Klinik macht.Manuel hat Deutsch gelernt Gomes spricht Portugiesisch, Manuels Muttersprache, und der Slang des Jungen ist dem Spanischen sehr ähnlich, weshalb er – so vermutet Gomes – auch Möslein problemlos versteht. Der junge Mann hatte am Abend, an dem Manuel in die Klinik eingeliefert wurde, Dienst und blieb länger. Nicht zum ersten und nicht zum letzten Mal. In den nächsten Wochen wird Manuel mit den anderen Kindern im Friedensdorf in Oberhausen auf ein gesundes und vielleicht sogar besseres Leben in Angola vorbereitet. Zum Beispiel mit Lernspielen, aber auch mit spielerischen Fördermaßnahmen. Doch Manuel nimmt bereits jetzt ungemein viel mit nach Hause. Zum Beispiel seine Begeisterung für die Züge, die es ihm in Bochum angetan haben, und das Wissen, wie man ein Handy benutzt. Der Zehnjährige hat aber auch Deutsch gelernt. „Guten Tag“, „Hallo“, „Wie geht es dir heute?“, sagt er ebenso sicher, wie er es versteht. Und natürlich auch: „Auf Wiedersehen!“

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