Ausbau der Linie 310 wird 60 Millionen kosten

Kostensprung

Der Ausbau der Linie 310 wird rund 35,3 Millionen Euro netto kosten. So steht es wörtlich in einer Broschüre der Bogestra. „Darin sind die Kosten für die Verlegung von Versorgungsleitungen und Kanal bereits enthalten“. Gut ein Jahr später stehen ganz andere Zahlen im Raum. Die Rede ist jetzt von rund 60 Millionen Euro. Wie kann das sein?

BOCHUM

von Von Thomas Aschwer

, 20.09.2012, 07:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auf der neuen Strecke zwischen Bochum und Witten sollen nach Fertigstellung diese Variobahnen verkehren, die jetzt schon auf vielen Linien in Bochum im Einsatz sind.

Auf der neuen Strecke zwischen Bochum und Witten sollen nach Fertigstellung diese Variobahnen verkehren, die jetzt schon auf vielen Linien in Bochum im Einsatz sind.

Bei der Aufstellung der Kosten muss laut Kollmann zudem berücksichtigt werden, dass in der ursprünglich genannten Summe das Einzelprojekt Crengeldanz in Witten nicht enthalten sei. Allein dafür würden sich die Kosen auf rund fünf Millionen Euro belaufen. Auf dem 400 Meter langen Abschnitt stehen zunächst Leitungsarbeiten an. In einem zweiten Schritt verlegen die Bauarbeiter die Haltestelle von der bisherigen Mittellage an den Straßenrand. Bis voraussichtlich Oktober 2013 müssen die Verkehrsteilnehmer mit Behinderungen rechnen. Insgesamt rechnet das Nahverkehrsunternehmen mit einer Bauzeit von rund fünf Jahren für die 5,5 Kilometer lange Strecke. Dabei wird „mehr gemacht“ als bei der Ermittlung der Nettokosten vorgesehen.

Christoph Kollmann verweist exemplarisch auf Lärmschutzfenster, die jetzt eingebaut werden. Auch das Beweissicherungsverfahren sei nicht in der ersten Kostenaufstellung nicht berücksichtigt gewesen. Schließlich führt der Bogestra-Sprecher Preissteigerungen in der Baubranche als Grund für die deutlich höhere Bausumme an. Da trifft es sich gut, dass sich die Bogestra in ihrer Broschüre (Stand Mai 2011) allgemein formuliert: „Jede Baumaßnahme kostet Geld“. Um später anzumerken, dass „ein Großteil der Kosten durch Land und Bund gedeckt wird“. Bleibt allerdings die spannende Fragen, wie viele Steuergelder am Ende in das Großprojekt fließen – und warum die Bogestra in ihrer Broschüre nicht darauf hinweist, dass die Gesamtkosten viel höher sind als die genannten 35,3 Millionen Euro.

Sein Urteil zur Linie 310 hat der ADFC längst gefällt. „In wesentlichen Teilen ist die Planung unbefriedigend und teils sogar verkehrsgefährdend. Gravierende Mängel gibt es in drei Bereichen, S-Bahnhof Langendreer, Kreuzung Langendreer Markt und Hauptstraße“. Aus Sicht des ADFC werden die Belange der Radfahrer nicht ausreichend gewürdigt. Nicht der einzige Kritikpunkt an der jetzt offiziell 60 Millionen-Euro-Investition.