Ausbildungsmarkt: Bochum an der Spitze

WEITMAR Zusätzliche Ausbildungsstellen in den Betrieben einzuwerben, das war das Ziel der Agentur für Arbeit und der ARGE am gestrigen "Tag des Ausbildungsplatzes".

27.05.2008, 13:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
<p>Sprechen über die Situation am Ausbildungsmarkt: Johann Phillips (KHS), Luidger Wolterhoff (Agentur für Arbeit), Thomas Eschner (Klaus Union GmbH), Tillmann Neinhaus (IHK) und Stadtrat Paul Aschenbrenner (v.l.).  Grosler</p>

<p>Sprechen über die Situation am Ausbildungsmarkt: Johann Phillips (KHS), Luidger Wolterhoff (Agentur für Arbeit), Thomas Eschner (Klaus Union GmbH), Tillmann Neinhaus (IHK) und Stadtrat Paul Aschenbrenner (v.l.). Grosler</p>

Auch wenn in Bochum derzeit auf zehn Bewerber sieben Ausbildungsstellen kommen, es also ein kleines Defizit gibt, hätte Bochum im Ruhrgebiet eine Spitzenposition, erklärte Luidger Wolterhoff, Leiter der Agentur für Arbeit, bei einem Gespräch mit Vertretern der Wirtschaft in der Geschäftsstelle des Betriebes Klaus Union.

Große Nachfrage

Die Situation auf dem Bochumer Ausbildungsmarkt habe sich mit dem Anziehen der Konjunktur beruhigt, bestätigte Johann Phillips von der Kreishandwerkerschaft. Die Nachfrage sei groß, insgesamt 39 Betriebe fragten Auszubildende nach.

"Die Betriebe müssen aktiv werden, anders als früher. Heute tritt man an die Kreishandwerkerschaft, die ARGE und Schulen heran, um Auszubildende zu suchen", erklärte Phillips. Aber auch die Anforderungen hätten sich geändert, beschrieb Thomas Eschner, Geschäftsführer der Klaus Union GmbH, exemplarisch an der eigenen Firma. "Unser Betrieb besteht seit 1946. Früher haben wir in sehr technischen Bereichen, zum Beispiel zum Schlosser, ausgebildet. Heute exportieren wir zwei Drittel der Produkte und betreiben den überwiegenden Teil der Beschaffung im Ausland." Entsprechend sei die Arbeit heute viel EDV-lastiger. Erstmals werde der Betrieb nun auch in diesem Bereich einen Ausbildungsplatz anbieten. "Zudem bilden wir Industrie- und Zerspanungsmechaniker aus", sagte Eschner. Letzteres werde generell viel angeboten, sagte Tillmann Neinhaus, Leiter der IHK im mittleren Ruhrgebiet. "Der Maschinenbau floriert. Vor allem technisch orientierte Informatiker sind gefragt."

Niveau zu niedrig

Ein Problem stelle auch die Qualifikation der Jugendlichen dar. "Wenn etwa im Jahr 2015 die geburtenstarken Jahrgänge wegfallen und dann auch weniger gut Gebildete in den Markt drängen", so Stadtrat Paul Aschenbrenner, werde dieses Problem gravierend. Hier seien Kommune und Betriebe gefragt.

Schon heute sei das durchschnittliche Qualifikationsniveau zu niedrig, sagte Thomas Eschner. "Dabei sind die Schulnoten nicht ausschlaggebend. Die Probleme liegen vor allem in den Bereichen Motivation und Flexibilität. Angela Wiese

 

In Bochum suchen noch 1403 Jugendliche mit Hilfe der Arbeitsagentur eine Lehrstelle. 864 davon verließen im Jahr 2007 oder früher die Schule. Aktuell sind 1172 freie Lehrstellen bei der Agentur für Arbeit gemeldet.