Ausbildungsstellen trotz doppelten Abiturjahrgangs unbesetzt

Uni statt Ausbildung

Der doppelte Abiturjahrgang ist nicht wirklich am Ausbildungsmarkt angekommen. Viele Jugendliche haben sich an Hochschulen und Universitäten eingeschrieben oder haben sich anderweitig orientiert. Entspannt ist die Situation deshalb aber nicht.

BOCHUM

von Von Thomas Aschwer

, 06.11.2013, 10:38 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Handwerk bietet viele (Aufstiegs-)Chancen. Viele Jugendliche - vor allem Abiturienten - haben jedoch andere Berufspläne. Sie wollen mit einem Hochschulabschluss Karriere machen.

Das Handwerk bietet viele (Aufstiegs-)Chancen. Viele Jugendliche - vor allem Abiturienten - haben jedoch andere Berufspläne. Sie wollen mit einem Hochschulabschluss Karriere machen.

Keine Selbstverständlichkeit, wie der Blick auf die Nachbarstadt Herne belegt. Hier ist der Ausbildungsmarkt total eingebrochen. Hans Hausherr, Kreishandwerksmeister in Herne, führt den 30-prozentigen Rückgang auf die momentane Situation der örtlichen Wirtschaft zurück. Eine Situation, die es in der Form in Bochum nicht gibt. Mit Verweis auf die Herner Entwicklung richtete Ulrich Ernst (IHK) den Blick auf Konzerne wie Opel und Outokumpu. „Die Entwicklung macht uns Sorgen.“ Bei Opel beispielsweise sei bereits jeder dritte Ausbildungsplatz gestrichen worden. Nicht neu ist das zweite Problemfeld, das neben Arbeitsagentur, IHK, und DGB auch die Handwerkskammer in den Vordergrund stellten. Eine Ausbildung ist für viele Jugendliche augenscheinlich nicht so attraktiv. Mit der Folge, dass eine Reihe offener Ausbildungsstellen unbesetzt sind. „Ich weiß nicht, was man tun kann“, sagt Bochums Kreishandwerksmeister Johann Philipps.

„Viele Jugendliche wissen nicht, was in vielen Berufen vorgeht“, so Philipps. Einen Grund dafür sieht er wie Ulrich Ernst von der IHK auch darin, dass an Schulen teilweise die Informationsmöglichkeiten nicht immer so seien, wie es aus Sicht von IHK und Handwerk sein könnte. Mit dem DGB sind sich beide zudem einig, dass es künftig besser gelingen muss, Jugendliche und offene Ausbildungsstellen zusammenzubringen.