Ausgebrannt? Nicht in Witten!

Referate vorbereiten, Prüfungsstress, lange Wartezeit vor den Sprechstunden der Dozenten: Immer mehr Studenten leiden laut einer Studie unter Depressionen, Angstattacken oder Magenkrämpfen unter dem Burn Out-Syndrom. Trifft dies auch für die Universität Witten/Herdecke zu?

11.07.2007, 16:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Die Studierenden stehen unter immer stärkerem Erwartungs-, Leistungs- und vor allem Zeitdruck“, erklärt  der Präsident des Deutschen Studentenwerkes  DSW Prof. Dr. Rolf Dobischat. Das DSW hatte die Studie in Auftrag gegeben. Dobischat spricht von einer „Besorgnis erregenden Entwicklung“.

Leistungsanforderung ist durch neue Studiengänge gestiegen

Laut der Sozialerhebung haben zwei Drittel der Studierenden Informations- und Beratungsbedarf, jeder Siebte zu depressiven Stimmungen. Grund dafür seien die neuen Bachelor- und Master-Studiengänge. Als eine „Überfrachtung der Studierenden“ bezeichnet Dobischat die Leistungsforderungen und appelliert an die Hochschulen. Im Jahr 2005 wurden insgesamt 17 599 Studierende in 73 434 Einzelgesprächen und 3181 in 6865 Gruppengesprächen psychologisch betreut. Von 58 Studentenwerken in Deutschland bieten 43 diesen oft kostenlosen „Service“ an.

Keine Beratungssteolle, keine Probleme: In Witten sind alle zufrieden

An der Universität Witten/Herdecke gibt es keine psychologische Beratungsstelle. „Wir brauchen so etwas auch nicht“, weiß der Pressesprecher Dirk Hans. In einem aufwendigen Auswahlverfahren werden die Bewerber spezifisch ausgewählt. Die Studierenden hätten dann während des Studiums die Möglichkeit über die Studien-Schwerpunkte und Neigung selbst zu entscheiden. Die sehr niedrige Zahl der Studienabbrecher spiegelt die Zufriedenheit der Studierenden wider. Dirk Hans begründet dies mit der intensiven Betreuung und der familiäre Atmosphäre an der Uni. Von Burn-out-Syndrom habe er hier noch nichts gehört. Neben den regulären Seminaren für das jeweilige Studienfach gibt es in Witten/Herdecke das Fach Fundamentale. Hier gehe es um philosophische Denkansätze und Kunst, die über das eigentliche Studium hinaus gingen. Wer sich nicht nur mit ein und der selben Thematik auseinander setzen muss, studiert wohl ein bisschen ausgeglichener. Hans spricht von einem Prinzip „über den Tellerrand schauen“ und erklärt damit die Zufriedenheit seiner Studierenden. Julia Reichegeld