Ausstellung "rear window" thematisiert die Hinterhofatmosphäre

Galerie Januar

Welche Gefühle löst ein Hinterhof aus? Künstlerin Sara Dietrich befasst sich mit dem Kontrast zwischen Beklemmung und Wohlfühlatmosphäre in ihrer Ausstellung "rear window". Sie ist die erste, die nach der Sommerpause die Räumlichkeiten der Galerie Januar nutzt.

LANGENDREER

, 18.08.2014, 16:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eröffnung:
„Rear window“ in der Galerie Januar, Eislebener Straße 9, beginnt am Freitag, 22. August, um 20 Uhr.

Der Hinterhofcharakter, den das Draußen für sie ausstrahlt, findet sich auch im Titel der Ausstellung wieder. „Rear window“ verweist auf den gleichnamigen Film von Alfred Hitchcock, in dem Fotojournalist Jeff an den Rollstuhl gebunden seine Nachbarn im Hinterhof beobachtet. Ist der Raum zwischen den Häusern, mit seinen vielen Fenstern und Balkonen, nun Präsentierteller oder Rückzugsort? Ist er offen und weit, lässt seinen Bewohnern Raum, wie das geöffnete Fenster? Oder ist er beklemmend und eng, weil niemand den Blicken anderer entkommen kann?

Diesem Gefühl der bedrückenden Enge widmet Sara Dietrich den Keller der Galerie Januar. Bewusst lässt sie das Licht ausgeschaltet, die Treppe führt ins Dunkel. Still ist es hier, bis auf das Rauschen eines Beamers, der das Bild von ansteigendem Wasser auf die gegenüberliegende Wand wirft. Der steigende Pegel bedroht den Betrachter, hüllt ihn ein, nimmt ihm die Luft. Verstärkt durch den ohnehin modrig-feuchten Keller bleibt der Gedanke an die rettende Treppe nach oben allgegenwärtig.

Das Obergeschoss der Galerie jedoch vermittelt ein Gefühl von Freiheit. Wieder füllt nur ein einziges Möbel die Leere, eine Art Stehtisch, dessen Bezug zum Hinterhof sich erst offenbart, wenn der Betrachter ihn umrundet. Ein kleiner Kubus aus Acrylglas gibt den Blick frei auf wechselnde Bilder von Mauern, Balkonen und Fenstern. So entsteht ein Innenhof, der auch die ungerahmten Fotos an der Wand aufgreift. Auch sie zeigen Hinterhöfe und Fassaden, fotografiert in Münster, Rostock und Köln. „Sie faszinieren mich“, sagt Sara Dietrich, „besonders die Geschichten, die sie erzählen“.  

Eröffnung:
„Rear window“ in der Galerie Januar, Eislebener Straße 9, beginnt am Freitag, 22. August, um 20 Uhr.

 

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