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Ausstellung "Urbexpo" zeigt vergessene Orte

Urban Explorer

Verfallene Industrieanlagen, verwaiste Krankenhäuser und Psychiatrien, geschlossene Schwimmbäder – Orte dieser Art sind die perfekte Spielwiese für Urban Explorer. Die Stadterkunder erobern sich vergessene Orte oft mit der Fotokamera. Die Ausstellung „Urbexpo“ widmet sich diesem Phänomen vom 10. bis zum 19. August in der Rotunde.

BOCHUM

von Von Max Florian Kühlem

, 01.08.2012
Ausstellung "Urbexpo" zeigt vergessene Orte

Der Fotograf Olaf Rauch ist Urban-Explorer. Das heißt, er entdeckt verfallene Industrieanlagen, Krankenhäuser, Psychiatrien, Freizeitparks, Lehreinrichtungen oder Schwimmbäder und rettet sie vor dem Vergessen.

In seiner Kindheit hingen dem gebürtigen Duisburger Olaf Rauch die Industrieanlagen des Ruhrgebiets zum Halse heraus. Weil sie in der Schule ständig Thema waren. Heute ist Rauch Fotograf und Urban Explorer – und verfallene Industrieanlagen sind ihm ein beliebtes Ziel für Foto-Ausflüge.

Seit 2004 erkundet er verwaiste Anlagen in Zentrum und Peripherie großer Städte. „Manchmal trifft man dabei zufällig auf Gleichgesinnte“, erzählt er. Das darf man sich durchaus abenteuerlich vorstellen. Weil Urban Explorer sich nicht selten am Rande der Legalität bewegen, Räume betreten, ohne vorher immer um Erlaubnis zu fragen. Genau aus diesem Grund drängen die Entdecker auch nicht unbedingt in die Öffentlichkeit. „Es ist wirklich erstaunlich, wie unvernetzt die Szene ist“, sagt Olaf Rauch. „Ich habe keinen Überblick darüber, wie groß der harte Kern von Leuten ist, die das regelmäßig machen.“ Auch aus diesem Grund hat er die zehntägige Ausstellung organisiert, die einen Überblick über die vielfältige Szene und ein Forum zur Vernetzung und zum Austausch von guten Locations für Foto-Erkundungstouren geben soll.

Die stilistische Vielfalt in den Fotoarbeiten ist sehr groß. Michael Waldau etwa nutzt die verfallenen Orte vor allem als Hintergrund für aufwändig kostümierte Gothic-Models. „Rolf Arno Specht ist der einzige, der aufs Ruhrgebiet konzentriert ist“, sagt Olaf Rauch. „Er zeigt zum Beispiel Zechentürme im Nebel und drückt damit aus, wie die industrielle Vergangenheit des Ruhrgebiets unserem Bewusstsein entrückt.“ Die Ausstellung ist vom 11. bis zum 19. August täglich von 12 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet einen Euro. Die Vernissage findet am 10. August ab 20 Uhr statt. Zum Begleitprogramm der Ausstellung gehören auch eine Konferenz am Samstag, 11. August, auf der sich Urban Explorer austauschen können. An der geschlossenen Veranstaltung kann man nur mit vorheriger Anmeldung teilnehmen. Am Samstag, 18. August, wird außerdem eine Vortragsreihe angeboten und abends gefeiert: Mit den Bands „utopia:banished“ und „Trümmerfrau“. Danach legt DJ Diskotier auf.