Ausstellung zeigt das Leben an der Ruhr in Mittelalter und Antike

Zeche Zollverein in Essen

Das Ruhrgebiet ist in der ganzen Welt für Kohle und Stahl bekannt. Doch was passierte in der Region eigentlich in der Antike und im Mittelalter, bevor die Schlote und Fördertürme das Bild mitbestimmten? Die Schau „Werdendes Ruhrgebiet“ im Ruhr Museum Essen bringt eindrucksvoll Licht in diese lange Zeit unbekannten Epochen.

ESSEN

, 25.03.2015, 18:22 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ausstellung zeigt das Leben an der Ruhr in Mittelalter und Antike

Eine schwarze Rampe mit kleinen Lichtpunkten empfängt die Besucher im Museum.

Der Besucher wird von einer schwarzen Rampe mit einem Meer aus kleinen Lichtpunkten empfangen. Dahinter ist es fast dunkel, das Licht gedimmt, die fensterlosen Betonwände schwarz vom Rauch in dem ehemaligen Kokskohlenbunker.

Viele der Ausstellungsstücke – Kleidung, Schmuck, Gefäße aus Glas und Keramik, Werkzeuge und Waffen von der Spätantike bis zum Frühmittelalter – sind so kostbar und empfindlich, dass sie in dunklen Räumen präsentiert werden müssen. Das Industriezeitalter trifft auf die geheimnisvolle Frühzeit – es ist ein beeindruckender und spektakulärer Kontrast.

Zwei Kulturen verknüpft

Die Rampe ist Ausgangspunkt für einen Rundgang durch bisher kaum bekannte Epochen. Die Schau beschreibt anhand von 800 Stücken das Leben zwischen dem 3. und 11. Jahrhundert und die Entstehung der Region. Auch zuvor habe es im Ruhrgebiet bereits viele bedeutende Mittelalterausstellungen gegeben, sagt Museumsleiter Theo Grütter. Nur hätten diese immer kurz vor der Jahrtausendwende mit dem 8. Jahrhundert begonnen.

„Es gibt in dieser Region natürlich eine Vorgeschichte. Bereits damals wurde die kulturelle Grundlage gelegt“, sagt Grütter. Das Interessante an der Ausstellung sei auch, dass zwei Kulturen verknüpft werden, die wenig miteinander zu tun hätten: die römische Antike und das Mittelalter.

Hunderte Fundstücke

Für die Schau konnte auf Hunderte von archäologischen Funden, Handschriften und kulturhistorischen Objekten zurückgegriffen werden. Viele davon werden erstmalig öffentlich gezeigt. Unterteilt ist sie in fünf Abschnitte, in denen unter anderem der Alltag der Menschen anhand archäologischer Fundstücke dargestellt wird. Gezeigt wird auch, wie stark Plünderungen und Kriege das Leben bestimmten. Die Christianisierung wird im Kapitel „Glauben“ präsentiert, dem Zentrum dieser sehenswerten Ausstellung, die 500.000 Euro gekostet hat und mit 100 Millionen Euro versichert ist. 

Ruhr Museum Essen: „Werdendes Ruhrgebiet. Spätantike und Frühmittelalter an Rhein und Ruhr“; 27.3. bis 23.8., Gelsenkirchener Straße 181, täglich 10-18 Uhr, Katalog: 29,95 Euro.

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