Ausstellung zeigt System und Kraft der Linie

Schumacher-Museum

Ihre Arbeitsweisen sind ganz unterschiedlich, dennoch ähneln sich ihre Werke verblüffend: Die Parallelen in den Bildern von Emil Schumacher und Zdenek Sykora zeigt die Ausstellung "Zdenek Sýkora - System und Kraft der Linie" im Hagener Emil Schumacher Museum.

HAGEN

09.09.2015 / Lesedauer: 2 min

Während Schumachers Bilderwelt emotional-gestisch geprägt ist, arbeitete Sykora rational-geometrisch. Beide Künstler setzten in ihren abstrakten Werken auf das Motiv der Linie. Ab 1973 entstanden die Linienbilder des tschechischen Malers und documenta-Teilnehmers, der in den 1960er-Jahren zu den Pionieren der internationalen Computerkunst zählte.

Bilder durchnummeriert

Damals setzte er den PC als Hilfsmittel zur Berechnung seines Entwurfssystems für seine Rasterbilder ein - ein schwarz-weißes Bild aus dieser Phase ist ebenfalls in Hagen zu sehen. Für seine Linienbilder entwickelte er ebenso ein System, das die Anzahl der Linien, ihre Stärke und Farben festlegt.

Auch verzichtete Sýkora auf Titel, nummerierte seine Bilder durch - bis auf eines: "Walzer" von 1981 ist eine verschlungene, mehrfarbige Linie. Das Ergebnis dieser konstruktiven Abstraktion sieht aber ebenso wenig berechnet aus wie in den Werken Schumachers.

Spontane Geste

Denn im Œuvre beider Maler spielt der Zufall eine entscheidende Rolle für den Verlauf der Linien, die bei Sýkora nach einem mathematischen System erschaffen wurden, bei Schumacher hingegen auf eine spontane Geste zurückgehen.

Das lässt sich in der Sýkora gewidmeten Schau wunderbar ablesen. Denn die Kuratoren Ulrich Schumacher, der 1986 die erste Retrospektive des Konstruktivisten im Museum Quadrat in Bottrop präsentierte, haben einige Werke Emil Schumachers in die sehenswerte Schau im Emil-Schumacher-Museum integriert.

Emil Schumacher Museum, Hagen: "Zdenek Sýkora- System und Kraft der Linie", bis 14.2., Di-So 11-18 Uhr, Museumsplatz 1, Katalog plus Monografie 29,90 Euro.