Ausstellung zeigt, wie sich Schrift und Bild vereinen

Museum Folkwang

Werke von 50 Designern aus ganz China haben René Grohnert und Jianping He ins Museum Folkwang nach Essen geholt. Die Ausstellung "Schriftbilder - Bilderschrift" zeigt modernes chinesisches Plakat- und Buchdesign und gibt Einblicke in eine "andere Welt, eine neue Welt", so Kurator Grohnert.

ESSEN

, 12.07.2016, 11:38 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ausstellung zeigt, wie sich Schrift und Bild vereinen

Diese Designs von Eric Chan sind Schrift und Bild zugleich.

Denn anders als in Europa hängen Plakate in China eher im Innenraum, zeigen nicht nur Werbung, sondern auch Schriftzeichen und Symbole.

Gerade um die Symbiose von Schrift und Bild geht es in der Ausstellung. "In China haben Designer noch eine viel engere Verbindung zur Kalligrafie", sagt He. Schrift und Bild ergänzen sich, ergeben nur zusammen einen Sinn.

Schrift Bild sind eine Einheit

So zum Beispiel bei den Arbeiten von Benny Au aus Hongkong. Er hat ein Schriftzeichen mit einem Foto kombiniert, auf dem ein Hocker an einem Straßenrand zu sehen ist. Nur wenn der Betrachter den Hocker und das Schriftzeichen als Einheit, sieht, wird die Bedeutung klar. Designer Eric Chan hat Stoffbahnen zu Schriftzeichen arrangiert und in Häuserschluchten gehängt. Auch hier verschmelzen Schrift und Bild zu einem Kunstwerk.

"Die Geschichte des chinesischen Plakat-Designs ist noch jung", sagt Grohnert. "Erst ab 1989 haben die Chinesen mit dem Kapitalismus auch Interesse an Werbung und an Plakaten entwickelt. Und da wurde dann vor allem europäisches Design kopiert."

Modern und chinesisch

"Nach und nach haben die Designer aber ihren eigenen Stil entwickelt und sich dabei auch an die chinesische Tradition gehalten", ergänzt He. "Früher waren die Arbeiten Kopien, jetzt sind es Originale", sagt Grohnert.

Was das Museum zeigt, sei "moderner chinesischer Stil", so He. Die Plakate sind abwechslungsreich - mal bunt, mal schwarz-weiß, gedruckt auf verschiedenem Papier oder Plastikfolie. Die Auswahl an Werken war riesengroß - genauso wie das Land.

Gut 100 Plakate und 54 Bücher zeigen einen Ausschnitt der Vielfalt, die es in dem riesigen Land gibt. Dass Künstler aus ganz China beteiligt seien, mache die Ausstellung zu einem "extraterritorialen Versuchsfeld", meint Grohnert.

: "Schriftbilder - Bilderschrift", bis 31.7., Museumsplatz 1, Di/ Mi 10-18 Uhr, Do/ Fr 10-20 Uhr, Sa, So 10-18 Uhr, Eintritt frei, Katalog: 69 Euro.

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