Autodieb gesteht seine Tat und kassiert ein Jahr auf Bewährung

WITTEN Die Aussicht, von seiner Familie mindestens fünf Jahre getrennt zu sein, hat einen 39-jährigen Autodieb aus Lünen dazu bewogen, vor Gericht ein Geständnis abzulegen. Das ließ er über seinen Anwalt mitteilen.

von Von Andreas Tietz

, 28.01.2009, 14:33 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Mann war in den Verdacht geraten, am Diebstahl von zwei PKW und einem Transporter beteiligt gewesen zu sein, die im Januar 2008 in einer Lagerhalle im Hammertal entdeckt worden waren - offenbar bereit zum Abtransport nach Osteuropa. Bei den polizeilichen Ermittlungen tauchte auch der Name des einschlägig vorbestraften Lüners auf - er hatte die Lagerhalle an die Mieter vermittelt - weshalb die Staatsanwaltschaft Anklage erhob.Suche per Haftbefehl Zu dem im vergangenen Oktober anberaumten Verfahren vor dem Schöffengericht war der polnischstämmige Mann mit deutscher Staatsbürgerschaft aber nicht erschienen - er hatte sich offenbar nach Polen abgesetzt und wurde seitdem per Haftbefehl gesucht.

Auch zu der am Mittwoch (28.1.) eröffneten erneuten Hauptverhandlung war der 39-Jährige nicht erschienen - aus Krankheitsgründen, wie er über seinen Anwalt mitteilen ließ. Dieser konnte dem Gericht unter Vorsitz von Richter Bernd Grewer aber berichten, dass sein Mandant den Diebstahl der Fahrzeuge gestehe und eröffnete dem Gericht damit die Möglichkeit, den Angeklagten per Strafbefehl zu einem Jahr Haft auf Bewährung zu verurteilen und den Haftbefehl aufzuheben.Strafe als geringeres Übel Mit seinem Geständnis wolle der Angeklagte „reinen Tisch“ machen, erläuterte der Anwalt die Beweggründe seines Mandanten. Auch hätte er wegen des Haftbefehls bis zur Verjährung der Tat im Ausland bleiben müssen, getrennt von seiner in Lünen lebenden Familie. Die Verurteilung war für den Mann offenbar das kleinere Übel.