Baby Driver drückt gewaltig auf die Tube

Neu im Kino

Er ist ein Milchbubi, eine „Schnullerbacke“, die scheinbar kein Wässerchen trüben kann. Am Lenkrad aber wird der Bengel zur Granate, da beweist er sich als artistischer Teufelsfahrer, der mit quietschenden Reifen den Powerslide zelebriert, zentimetergenau driftet, das Pedal durchdrückt und die Verfolger abhängt. Als wäre er im Team der „Fast & Furious“-Truppe.

30.07.2017, 14:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kopfhörer auf und los: Ansel Elgort als Baby (vorne) und Jamie Foxx als Bats kurz vor dem nächsten Postraub.

Kopfhörer auf und los: Ansel Elgort als Baby (vorne) und Jamie Foxx als Bats kurz vor dem nächsten Postraub.

Ansel Elgort spielt den „Baby Driver“ im gleichnamigen Hollywood-Film von Edgar Wright: Gangsterballade, Kriminaldrama, Teenager-Romanze. Ein Action-Vehikel, das prima unterhält, weil es mit viel Drive auf die Erzählstrecke gebracht wird. Schon das Intro gibt Vollgas, der jugendliche Held, Spitzname Baby, zeigt die Visitenkarte vor und brettert über den Asphalt wie ein Irrer.

Gefährliches Doppelleben

Aber nicht aus Spaß an der Freud. Im Wagen sitzen zwei Männer und eine Frau, die eben eine Bank überfallen haben. Baby kutschiert sie im Affenzahn zu einem Parkhaus, der Wagen wird gewechselt, weiter geht es in ein Versteck, wo schon der Boss (Kevin Spacey) wartet.

Baby steht bei ihm in der Kreide, noch einen Job, dann ist er frei. Die Freiheit könnte so aussehen, dass er mit seinem Schwarm Debora durchstartet. Lily James spielt das hübsche Braunauge – wenn Baby mit ihr flirtet, sieht man, dass die beiden gut füreinander sind. Vom gefährlichen Doppelleben ihres Freundes hat Debora keinen Schimmer.

Trauma-Biografie

Nächster Überfall, Baby sitzt im Fluchtwagen: Mit dabei ein Kerl mit kurzer Zündschnur (Jamie Foxx) und ein Pärchen mit Psycho-Macke (Eiza Gonzàlez und Jon Hamm aus „Mad Men“). Es sind Typen, die ins Schablonenhafte tendieren, was nicht weiter schlimm ist. Baby wird vom Drehbuch mit einer Trauma-Biografie ausgestattet, immer hat er Musik im Ohr, das hilft gegen schwarze Gedanken.

Überhaupt die Musik: Man hört kaum Score, dafür Hits von Babys Playlist: T. Rex, The Damned, Golden Earring, Young MC und viel Soul. Mit diesem Sound mausert sich der Film zur Action-Revue. Gefällig spritziges Genrekino um ein Pärchen, dem man unbedingt den Daumen drückt. 

Lesen Sie jetzt