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Baby ermordet, weil Vater Computer spielen wollte?

Trauriger Fall aus Herne

Der Fall ist unfassbar traurig, der Vorwurf unglaublich: Ein Vater aus Herne soll seinen neugeborenen Sohn ermordet haben, um in Ruhe am Computer spielen zu können. Seit Montag steht der 30-Jährige vor Gericht. Auch die Mutter ist angeklagt.

BOCHUM/HERNE

12.06.2017 / Lesedauer: 2 min
Baby ermordet, weil Vater Computer spielen wollte?

Ein Vater aus Herne steht seit Montag vor Gericht. Er soll seinem zehn Wochen alten Sohn massive Hirnverletzungen zugefügt haben, an deren folgen das Baby im Januar starb. Neben dem Angeklagten sitzt sein Verteidiger Dieter Stoffer.

Der kleine Ayden wurde nur zehn Wochen alt. Ende Januar starb er an den Folgen massivster Hirnverletzungen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er von seinem Vater brutal geschüttelt, geschlagen und sogar absichtlich fallen gelassen worden ist. Laut Anklage hat den 30-Jährigen das Schreien des Kindes gestört. Er wollte angeblich in Ruhe das Onlinespiel "Rappelz" spielen.

Erst als Ayden Anfang Januar einen Atemstillstand erlitt, wurde der Notarzt gerufen. Doch die Ärzte konnten nichts mehr tun. Drei Wochen lang kämpften sie um das Leben des Säuglings, dann war der Kampf verloren.

Zum Prozessauftakt vor dem Bochumer Schwurgericht hat sich der 30-Jährige nicht zu den Vorwürfen geäußert. Sein Verteidiger Dieter Stoffer sagte am Rande des Prozesses: "Er hat zu keiner Zeit damit gerechnet, das Kind so zu schädigen, wie es eingetreten ist." Eine Tötungsabsicht gebe es schon gar nicht.

Mutter: Misshandlung durch Nichtstun

Auch die Mutter des Babys ist angeklagt – wegen Misshandlung durch Nichtstun. Auch ihr soll Ayden völlig egal gewesen sein. Weil auch sie – eine Studentin – angeblich lieber am Computer saß oder Marihuana rauchte, anstatt sich um ihr Kind zu kümmern. Und weil sie nicht reagiert habe, als sie die vielen blauen Flecken an Körper und Kopf Ihres Babys gesehen hat.

Auch die 32-Jährige hat sich noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Ihre Verteidigerin Dr. Arabella Liedtke sagte vor Prozessbeginn: "Es gab vielleicht ein oder zwei Situationen, wo man etwas hätte merken können. Sie hat aber nichts gemerkt." Und: "Sie ist fassungslos, dass sie im Gefängnis ist und nicht an der Beerdigung des Kindes teilnehmen konnte." 

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