Baby war kalt "wie ein Stück Fleisch"

Mordprozess

Es müssen dramatische Szenen gewesen sein: Im Prozess um den qualvollen Tod der kleinen Swetlana hat der Polizist, der als Erster am Tatort eintraf, bei der Verhandlung am Freitag geschildert, was er im Mordhaus gesehen hat.

BOCHUM

24.04.2015, 16:33 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der 44-jährige Beamte war der Erste, der am Morgen des 24. November 2014 an den Tatort kam. „Die Mutter des Mädchens war völlig verzweifelt“, sagte er den Richtern. „Sie hat neben ihrem Kind gekniet und immer wieder gesagt: Bitte verlass mich nicht.“ Alle Reanimationsversuche seien jedoch zu spät gekommen.

„Der Körper der Zweijährigen war schon ganz kalt“, sagte der Polizist. „Wie ein Stück Fleisch, das man aus dem Kühlschrank geholt hat.“ Außerdem hatten sich bereits Leichenflecken gebildet. „Ich habe das Schlafanzug-Oberteil hochgeschoben und sofort gesehen, dass nichts mehr zu machen war.“ Auch die Leichenstarre hatte schon eingesetzt.

Bitterlich geweint

Kurz darauf seien die ersten Rettungskräfte, der Notarzt und ein Notfallseelsorger in der Wohnung erschienen. Spätestens jetzt muss die Situation für die Mutter der kleinen Swetlana unerträglich geworden sein. Sie hatte um 7.23 Uhr den Notruf der Polizei gewählt. Dabei weinte sie die ganze Zeit bitterlich.

Ihre Worte zeugen von ihrer Verzweiflung: „Hallo, ich brauche einen Krankenwagen. Meine Tochter liegt im Bett und atmet nicht mehr. Sie ist komplett blau am Mund. Sie ist komplett steif, komplett hart. Bitte, bitte schnell.“ Die Obduktion hatte ergeben, dass Swetlana mit Insulin vergiftet und anschließend erstickt wurde. Der Täter soll ihr Stiefvater gewesen sein – der Ex-Hausmeister der Bochumer Polizei. Die Anklage lautet auf Mord. Er streitet die Tat ab.  

Schlagworte: