Babys in Ulm in Lebensgefahr: Morphin kam mit Lösungsmittel in Spritze

Vorsätzliche Vergiftung

Eine Krankenschwester war in Ulm festgenommen worden – sie stand im Verdacht, Babys vergiftet zu haben. Das war eine falsche Spur. Doch die Staatsanwaltschaft geht weiter von Vorsatz aus.

Ulm

04.02.2020, 15:26 Uhr / Lesedauer: 1 min
Babys in Ulm in Lebensgefahr: Morphin kam mit Lösungsmittel in Spritze

Im Klinikum Ulm schwebten mehrere Babys in Lebensgefahr. © dpa

Nach der Freilassung einer Krankenschwester im Fall der vergifteten fünf Säuglinge an der Universitätsklinik Ulm hat das Landeskriminalamt (LKA) Fehler eingeräumt. Ein Lösungsmittel hatte die Ermittler zunächst auf eine falsche Spur geführt, wie Staatsanwaltschaft und LKA am Dienstag mitteilten. Im Spind der beschuldigten Krankenschwester war eine Spritze mit Muttermilch gefunden worden, die vermeintlich mit dem Betäubungsmittel Morphium versetzt war.

Weitere Untersuchungen ergaben nach Angaben von Andrea Jacobsen-Bauer vom LKA jedoch, dass kleinste Mengen Morphium aus einem bei der Analyse verwendeten Lösungsmittel gestammt hatten.

Staatsanwaltschaft geht weiter von Vorsatz aus

Die Krankenschwester hatte von Mittwoch an in Untersuchungshaft gesessen und war am Sonntag entlassen worden. Der dringende Tatverdacht gegen die Frau ist den Behörden zufolge nun ausgeräumt.

Im Ulmer Klinikum waren im Dezember fünf Säuglinge wegen lebensbedrohlicher akuter Atemnot behandelt worden. Erst Wochen nach den Notfällen hatten rechtsmedizinische Untersuchungen eine Morphiumvergiftung als Ursache ergeben. Die Staatsanwaltschaft geht nach wie vor davon aus, dass jemand die Babys mit Morphin vergiften wollte - wer, das ist bisher aber noch unklar.

RND/dpa