Backhaus gibt Vorgeschmack aufs große SandfestivalRuhr

ANNEN Zwei LKW-Ladungen feinsten Sandes lagern vor dem Backhaus an der Dortmunder Straße. Sand, der langsam Form annimmt. Unter den geschickten Händen von Gregor Rieger und Daniel Dimitrov.

von Von Barbara Zabka

, 01.06.2008, 15:22 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gregor Rieger und Daniel Dimitrov haben ein Pferd aus Sand geschaffen.

Gregor Rieger und Daniel Dimitrov haben ein Pferd aus Sand geschaffen.

Was bald im großen Stil am Kemnader See beim Sandfestival Ruhr entsteht, wächst neben der Besucherterrasse des Backhauses im Kleinen bereits heran. Auf Initiative von Bäckermeister Andreas Graßhoff. Kennen gelernt hat er das Künstlerduo an der spanischen Costa Blanca - und spontan für Witten verpflichtet. Jetzt sind Gregor Rieger und Daniel Dimitrov in der Ruhrstadt, schaufeln Sand und schleppen Wassereimer. Bis zu 18 Stunden am Tag. Langsam, langsam entsteht eine Phantasieskulptur: Ein Pferd mit dem passenden Ritter, dahinter eine mittelalterliche Burg. Zur Straßenseite hin wollen die Künstler eine Interpretation des Wittener Rathauses entwerfen.

Salzwasser muss es sein Das Rohmaterial der Skulpturenkünstler ist Sand und Wasser - aber Salzwasser muss es sein. Denn mit Süßwasser funktioniert der „Trick“ nicht. „Weil wir hier nicht am Meer sind, müssen wir das Salzwasser selbst produzieren“, schmunzelt Gregor Rieger, der gerade zwei Eimer am langen Arm hat. Dann greift er in einen anderen Eimer und streut großzügig Salz hinein. Der Sand wird mit dem Salzwasser zu einem Brei verrührt. Während die Masse langsam antrocknet, beginnt Daniel Dimitrov mit seiner Arbeit. Seine Hauptwerkzeuge: Spachtel, Maurerkelle, Spatel und diverse Pinsel. Daniel Dimitrov ist der künstlerische Chef des Duos.

Haltbarkeit verlängern Durch die Wärme verdunstet das Wasser. Das Salz kristallisiert. Der Sand wird hart und bleibt in der gewünschten Form. Ist die Skulptur vollendet, dann ist die Arbeit noch lange nicht beendet. Denn das Sand-Kunstwerk muss regelmäßig mit Salzwasser besprüht werden. Das verlängert die Haltbarkeit. Regenwasser ist dagegen Gift für die Figuren. So erfüllen die leuchtend roten Sonnenschirme einen doppelten Zweck: Schutz vor praller Sonne und prasselndem Regen. Schutz vor Rowdytum gibt es allerdings nicht. „Das Einzige, das hilft, ist die Nachtwache“, lacht Gregor Rieger. Ein Publikumsmagnet ist die Aktion am Backhaus allerdings schon jetzt.