Bahn-Konkurrenten gewinnen Riesenauftrag für Zugverkehr

Pendlerstrecken

Große Veränderungen stehen in einigen Bahnhöfen in Nordrhein-Westfalen an. Zukünftig sollen fünf Regionallinien zwischen Aachen, Köln und dem Ruhrgebiet von dem britischen Privat-Bahnunternehmen National Express und Abellio Rail NRW, einer Tochter der niederländischen Staatsbahn, betrieben werden. Die Bahn verliert damit einen großen Auftrag im deutschen Regionalnetz.

Gelsenkirchen / Düsseldorf

16.06.2015, 14:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Zug der Privatbahn Abellio fährt am 08.02.2011 aus dem Essener Hauptbahnhof. Die Deutsche Bahn hat einen großen Auftrag im deutschen Regionalverkehr an die Konkurrenz verloren: Von 2018 an sollen fünf stark genutzte Regionallinien zwischen Aachen, Köln und dem Ruhrgebiet von dem britischen Privat-Bahnunternehmen National Express und Abellio Rail NRW, einer Tochter der niederländischen Staatsbahn, betrieben werden. Das haben die zuständigen Verkehrsverbünde am Dienstag beschlossen. Foto:

Ein Zug der Privatbahn Abellio fährt am 08.02.2011 aus dem Essener Hauptbahnhof. Die Deutsche Bahn hat einen großen Auftrag im deutschen Regionalverkehr an die Konkurrenz verloren: Von 2018 an sollen fünf stark genutzte Regionallinien zwischen Aachen, Köln und dem Ruhrgebiet von dem britischen Privat-Bahnunternehmen National Express und Abellio Rail NRW, einer Tochter der niederländischen Staatsbahn, betrieben werden. Das haben die zuständigen Verkehrsverbünde am Dienstag beschlossen. Foto:

Die Entscheidung ist entgegen den Gunsten der Deutschen Bahn gefallen. Von 2018 an wird der Betrieb auf den sogenannten "Rhein-Ruhr-Express"-Strecken auf zwei externe Anbieter aufgeteilt: die niederländische Abellio Rail NRW und das britische Unternehmen National Express. Das teilten die beteiligten Verkehrsverbände am Dienstagnachmittag mit. Bisher fährt die Bahn auf den Strecken, sie hatte sich auch an der neuen Ausschreibung beteiligt. 

Der Nahverkehr in dem dicht besiedelten NRW-Ballungsraum soll unter dem Stichwort „Rhein-Ruhr-Express“ (RRX) mit schnelleren Zügen und zusätzlichen Gleisen für Milliarden Euro beschleunigt und modernisiert werden. 

Der Rhein-Ruhr-Express (RRX) ist ein Milliarden-Projekt zur Beschleunigung des stark belasteten Schienen-Nahverkehrs zwischen dem Ruhrgebiet und dem Rheinland. Es sieht im ersten Schritt die Anschaffung und Wartung von 82 schnelleren Doppelstockzügen mit mehr Plätzen und deutlich besserem Komfort ab Ende 2018 vor. Dafür hat Siemens im Frühjahr den Zuschlag bekommen. Später sollen die Schienen und Knotenpunkte zwischen Köln/Leverkusen, Duisburg, Essen und Dortmund sowie kleinere Bahnhöfe ausgebaut werden. Allein das kostet nach früheren Planungszahlen mehr als zwei Milliarden Euro. In Köln-Mülheim soll der Gleisausbau 2017 beginnen. Ziel ist ein durchgehender 15-Minuten-Takt. Bisher verkehren die Regionallinien in der Regel im Ein-Stunden-Takt. Schon ab Ende 2016 sind erste Verbesserungen geplant - unter anderem eine zusätzliche Linie zwischen Köln und Düsseldorf (RE 6a). 

Die Strecken wurden in einem Losverfahren an die Bewerber vergeben. Fünf Regionallinien, die zum Teil auch stark genutzte Pendlerstrecken sind, wurden in drei Lose zusammengefasst. Die Bieter konnten sich um eines oder gleich mehrere Lose bewerben.

Im Rahmen eines europaweiten Wettbewerbsverfahrens mussten sich die Interessenten jeweils mit dem wirtschaftlichsten Angebot innerhalb der Lose gegenüber der Konkurrenz durchsetzen. Und so wurde entschieden:

  • Los 1: Umfasst die Linien RE 1 (Aachen-Köln-Essen-Hamm) und RE 11 (Düsseldorf-Essen-Dortmund-Hamm-Kassel) mit rund 6,2 Millionen Zugkilometern pro Jahr. Der Zuschlag ging hier an Abellio Rail NRW.
  • Los 2: Hier wurden die zwei starken Strecken RE 5 (Koblenz-Köln-Düsseldorf-Wesel) und RE 6 (Köln/Bonn Flughafen-Köln-Düsseldorf-Essen-Hamm-Minden) mit insgesamt knapp 6 Millionen Zugkilometern pro Jahr zusammengefasst. Dieses Los ging an das britische Unternehmen National Express.
  • Los 3: Das einzige Los mit nur einer Linie, dem RE 4 (Aachen-Möchengladbach-Hagen-Dortmund) mit rund 2,4 Millionen Zugkilometern pro Jahr, ging ebenfalls an National Express.

Gegen die Vergabeentscheidung ist innerhalb von zehn Tagen Einspruch möglich. Bereits seit März 2015 steht fest, dass die 82 hochwertigen RRX-Züge für die künftigen RRX-Linien durch Siemens gebaut und für den Zeitraum von 30 Jahren gewartet und instand gehalten werden.

Mit dpa