Bahn-Konzerne wollen enger zusammenarbeiten

Selbstverpflichtung

Um den Millionen täglichen Zug-Pendlern die Reise zu erleichtern, wollen sieben Bahn-Unternehmen in Nordrhein-Westfalen in Zukunft näher aneinanderrücken. Unter anderem sollen die Fahrgäste endlich besser informiert werden - etwa bei Verspätungen, Störungen und Baustellen.

DÜSSELDORF

10.10.2017, 17:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Für Bahn-Pendler soll das Zugfahren künftig angenehmer werden. So sieht es zumindest die freiwillige Selbstverpflichtung der sieben Bahn-Unternehmen vor.

Für Bahn-Pendler soll das Zugfahren künftig angenehmer werden. So sieht es zumindest die freiwillige Selbstverpflichtung der sieben Bahn-Unternehmen vor.

Sieben Bahn-Unternehmen in Nordrhein-Westfalen wollen künftig enger zusammenarbeiten. Es gehe um einen Schulterschluss im Sinne der Pendler, teilten die Unternehmen am Dienstag mit. Themen der Kooperation sind unter anderem bessere Fahrgast-Informationen, Mitteilungen bei Störfällen, Informationen über Baustellen oder die Wartung von Zügen.

Vertreter der Bahn-Unternehmen vereinbarten in Düsseldorf eine „Agenda Bahn“ als freiwillige Selbstverpflichtung für einen funktionierenden Nahverkehr. Beteiligt sind Abellio Rail NRW, DB Regio NRW, National Express, NordWestBahn, Regiobahn, WestfalenBahn sowie die Keolis-Marke Eurobahn. Alle fahren auf Zugstrecken im Regionalverkehr in NRW. Es müsse darum gehen, „gemeinsam die bestmöglichen Lösungen im Sinne der Fahrgäste zu finden“, sagte laut einer Pressemitteilung Andree Bach, Chef der Regionalleitung von DB Regio NRW.

Sieben Unternehmen, ein Fahrplan, 2,4 Millionen Fahrgäste

Nordrhein-Westfalen ist das Bahnbundesland Nummer eins: Täglich fahren 2,4 Millionen Menschen im Nahverkehr. Der Zuschlag für mehrere Strecken war in den vergangenen Jahren auch an andere Unternehmen als die Deutsche Bahn gegangen. Aber alle fahren innerhalb eines Fahrplans. „Das enge Zusammenspiel der Unternehmen wird unerlässlich für einen gelungenen Übergang sein“, erklärte der Vertreter von Abellio Rail NRW.

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) würdigte die Initiative. Die Bahn-Unternehmen sähen sich nicht mehr ausschließlich als Konkurrenten, sondern auch als Partner und gemeinsame Gestalter des Marktes, sagte der Politiker laut einer Mitteilung.

Schienenverkehr gegen die Staus auf den Autobahnen

In der Branche arbeiten in NRW mehr als 5600 Menschen - davon 2500 Lokführer und 700 Arbeitnehmer in Werkstätten. Die Initiative will sich daher um Fragen des Personals kümmern, etwa wenn der Betreiber einer Strecke wechselt.

Auch die Bedeutung des Schienenverkehrs im staugeplagten NRW soll deutlich werden. „Wir haben sehr, sehr viel Schienenverkehr und ÖPNV und auch viele Arbeitsplätze“, sagte Ulrich Jaeger, der Vorsitzende des Verbands der Deutschen Verkehrsunternehmen in NRW. In einigen Städten müssten die Kapazitäten ausgebaut werden. Auch das Ticketing etwa zwischen den Verkehrsverbünden könnte ein Thema werden: „Es ist noch nicht so, dass es total einfach wäre“, sagte Jäger. 

dpa