Bahn legt Angebot vor - GDL prüft

Annäherung im Tarifstreit?

Es ist die erste gute Tarif-Nachricht für Pendler sei langem: Die Deutsche Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL reden wieder miteinander. Ob ein neuer Tarifvorschlag des Arbeitgebers einen Weg aus dem lange währenden Konflikt bietet, muss sich jedoch noch zeigen. Die Gewerkschaft hat das Angebot noch nicht bewertet.

Frankfurt/Main

30.04.2015, 09:52 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der GDL-Streik in der vergangnenen Woche hat Wirkung gezeigt. Foto: Wolfram Kastl/Archiv

Der GDL-Streik in der vergangnenen Woche hat Wirkung gezeigt. Foto: Wolfram Kastl/Archiv

Im Tarifstreit mit der Lokführergewerkschaft GDL hat die Deutsche Bahn nach einem Spitzengespräch ein neues Angebot vorgelegt. Dem Vorschlag zufolge sollen die Löhne vom 1. Juli an in zwei Stufen um insgesamt 4,7 Prozent steigen, wie die Bahn am späten Mittwochabend in Frankfurt mitteilte. Dazu komme eine Einmalzahlung von insgesamt 1000 Euro bis 30. Juni. Das Gespräch selbst brachte laut dem Unternehmen aber kein "einvernehmliches Ergebnis".

"Werden es nun prüfen"

Die Gewerkschaft kündigte am Donnerstag an, das neue Angebot rasch zu prüfen. "Wir haben es bekommen, werden es nun prüfen und uns anschließend äußern", sagte eine Sprecherin in Frankfurt.

Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber erklärte in einer Mitteilung: "Unser Angebot ist annähernd so hoch wie zum Beispiel der Abschluss im öffentlichen Dienst." Er hatte sich am Mittwoch mit GDL-Chef Claus Weselsky getroffen.

Siebter Arbeitskampf

Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten fünf Prozent mehr Geld und eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche. Sie hatte zuletzt in der vergangenen Woche im Personen- und Güterverkehr gestreikt. Es war der siebte Arbeitskampf der Tarifrunde. Den Knackpunkt in den Tarifverhandlungen sieht die GDL bei der Einstufung der Lokrangierführer im Tarifgefüge der Bahn.

Das Unternehmen kritisierte, die Lokführergewerkschaft habe bei dem Treffen wesentliche Zugeständnisse zur Tarifstruktur wieder zurückgenommen. "Was die GDL will, würde unseren Mitarbeitern und dem Unternehmen Deutsche Bahn schaden", betonte Weber. Sollte die GDL die Wiederaufnahme von Verhandlungen ablehnen, schlage die Bahn ein Schlichtungsverfahren über alle Punkte vor.

EVG schließt Streik aus

Der Konflikt ist so schwierig, weil die GDL mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) um Einfluss in dem Konzern ringt. Beide wollen zum Teil für dieselben Berufsgruppen verhandeln. Die Bahn will in getrennten Verhandlungen vergleichbare Ergebnisse erzielen.

Die EVG schloss am Mittwoch ihrerseits Streiks ausdrücklich nicht aus. Anlass war ein neues Angebot der Bahn für Service- und Sicherheitskräfte: 4,7 Prozent mehr Geld in zwei Stufen bei einer Laufzeit von 29 Monaten, wie die Gewerkschaft mitteilte. Die EVG fordert 6 Prozent, mindestens 150 Euro. Sie kritisierte, die Bahn biete unterschiedliche Laufzeiten für verschiedene Berufsgruppen. Bei der nächsten Verhandlungsrunde am 12. Mai müsse die Bahn nachbessern.

dpa

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