Bald rollen die Bagger an der Christuskirche

Neuer Platz wird fertiggestellt

Der Platz des europäischen Versprechens ist ein Kunstwerk, das der Künstler Jochen Gerz eigentlich für das Kulturhauptstadtjahr 2010 konzipiert hatte. Nachdem sich seine Eröffnung häufig verzögert hat, wird es wohl noch in diesem Jahr fertig. Anfang Oktober ist Baubeginn.

BOCHUM

, 24.09.2015, 12:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bald rollen die Bagger an der Christuskirche

Die Steinmanufaktur Treulieb in Stuttgart sorgt für die Beschriftung der Basalt-Platten.

Was lange währt, wird endlich gut. Mit dem Europatag im Mai ist wieder ein Tag längst vergangen, an dem der Platz des europäischen Versprechens (PEV) eröffnen sollte. Das Kunstwerk, das Jochen Gerz eigentlich für das Kulturhauptstadtjahr 2010 konzipiert hatte, wird allerdings wohl noch in diesem Jahr fertig. Anfang Oktober rollen die Bagger in der Innenstadt.

Hergerichtet ist der Platz an der Christuskirche am Rathaus mittlerweile seit Jahren. Auf dem mehrstöckigen, dunkel asphaltierten und punktuell blau beleuchteten Boden lassen sich die Felder erkennen, in die die Namensplatten verlegt werden sollen.

14726 Versprechen

Zur Erinnerung: 14 726 Bochumer Bürger und Menschen weit über die Stadtgrenzen hinaus haben Versprechen an Europa gegeben. Im Stillen haben sie das getan, sie tragen sie in ihrem Gedächtnis, in ihrem Herzen. Der 3000 Quadratmeter große Platz wird aus ihren Namen gebaut, indem eine Firma sie als Inschrift mit Sandstrahlern in Basaltsteinplatten eingraviert.

Die Verzögerung der Platz-Eröffnung ist dem Umstand geschuldet, dass es ebenso schwierig war, die richtigen Steine zu finden, wie sie zu gravieren. Die Stuttgarter Steinmanufaktur Treulieb hat diesen Job übernommen und rund sechs Monate gebraucht, 185 000 Buchstaben auf 21 Platten der Größe 5,40 mal 3,80 Meter zu bringen. Dass dieser Vorgang zu einer weiteren Verspätung der Platz-Eröffnung führte, sieht Christuskirchen-Pfarrer Thomas Wessel ganz entspannt: „Die Gelder von Stadt und Land sind bis Ende des Jahres bewilligt. Es hätte keinen Sinn gemacht, unnötigen Druck auf die Firma auszuüben.“

Einweihung im Dezember

Bis Anfang Dezember soll der insgesamt 3,35 Millionen Euro teure Platz (520 000 Euro für den künstlerischen Prozess, 1,18 Millionen für die Steine und Gravour, 1,65 Millionen für den städtebaulichen Prozess) mit den Basalt-Platten gepflastert sein. Kurz darauf wird die Einweihung stattfinden. 

„Einen Europatag gibt es jedes Jahr, da können wir dann nochmal feiern“, sagt Thomas Wessel, der findet, dass das Projekt über die Jahre prophetische Qualitäten gewonnen hat: „Als wir angefangen haben, hatte Europa keinen Platz in unserer Vorstellungswelt. Das hat sich – auch durch die Krisen der vergangenen Jahre – grundlegend geändert.“