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Barockmeister Zurbaran entfaltet sinnlichen Zauber

Museum Kunstpalast Düsseldorf

Außerhalb Spaniens gilt Francisco de Zurbarán noch immer als Geheimtipp. Dabei erreichte der mit Diego Velázquez befreundete Spanier in seinen Gemälden bestechend sinnliche Wirkung. Mit der ersten Retrospektive im deutschsprachigen Raum entdeckt ihn das Museum Kunstpalast in Düsseldorf als Meister der Tiefenschärfe in der Malerei.

DÜSSELDORF

, 08.10.2015 / Lesedauer: 2 min
Barockmeister Zurbaran entfaltet sinnlichen Zauber

Das Bild "Das Abendmahl in Emmaus" (1639) von Francisco de Zurbaran ist im Museum Kunstpalast in Düsseldorf zu sehen.

Faltenwürfe sind seine Spezialität. Und der stoffliche Reiz von Samt und Seide, Brokat und grobem Leinen. Dieses Können hat der 1598 geborene Kaufmannssohn bis zu seinem Tod 1664 in Madrid bevorzugt in den Dienst der Kirche gestellt. Er verewigte Mönche, malte Heilige und Madonnen, Altarbilder für Kirchen wie die Kathedrale von Sevilla. Jene Stadt, die er zeitlebens kaum je verließ.

Kunst im Dienst der Kirche

Ein Künstler im Dienst der Kleriker. Ein Maler, der zur Speerspitze der Gegenreformation zählte. Doch seine Kunst kennt nichts Süßliches. Nicht mal in den Madonnenbildern, für die bildschöne, aparte andalusische Schönheiten Modell gestanden haben könnten. Und sie kennt auch keinen bigotten Eifer.

Diese Bilder sind anders, als man sich die überbordende Barockkunst vorstellt. Sie erzählen nicht von äußeren aber von inneren Dramen. Das Ereignis in Zurbaráns Malerei ist das perfekt inszenierte Licht. Und die betörende Leuchtkraft der Farbe. Wie der Zauber feinster Details, der sich in der fotografischen Vergrößerung noch stärker offenbart als im Blick aufs Ganze.

Momente des Innehaltens

Es sind Bilder kontemplativer Vertiefung. Und des introvertierten Innehaltens. In ihnen herrscht Stille. Und Strenge. Es ist gewiss kein Zufall, dass ein eigens dem Heiligen Franziskus gewidmetes Kabinett in der Schlichtheit der sechsfach variierten Darstellung des faustischen Grüblers stärkste Wirkung entfacht. Das übertrifft an sinnlichem Zauber der kostbaren Gewänder allenfalls ein Kabinett voller weiblicher Heiliger. In einer Schale trägt die Heilige Lucia ihre Augäpfel wie Monstranzen ihrer Märtyrer-Rolle.

Nicht im protestantischen Wort manifestierte sich für Zurbarán Gottesnähe. Sondern in der Magie des Bildes. Ergriffen zeigt sich der Maler mit bunter Palette neben einer Darstellung des Gekreuzigten. Es scheint, als hätte sich Zurbarán hier stolz selbst und nicht den malenden Lukas als Verkünder in Szene gesetzt.

Museum Kunstpalast Düsseldorf: "Zurbaràn", 10.10.2015 - 31.1.2016, Ehrenhof 4-5, Di-So 11-18 Uhr, Do 11-21 Uhr, Eintritt 12 (ermäßigt 9,50) Euro, Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre 1 Euro, Katalog 39,90 Euro. Zur Eröffnung wird am Freitag, 9. Oktober, gegen 18.20 Uhr Königin Letizia von Spanien im Ehrenhof erwartet.