"Batman v Superman": Keine Super-Mimen

Neu im Kino

Das ist neu: Batman trifft Superman im 3D-Realfilm. Die Comicschmiede DC holt aus zum großen Heldentreff, zehn (!) Filme um die Justice League mit Wonder Woman und Co. sind in Arbeit. Zack Snyder plant und koordiniert, bei "Batman v Superman" führte er auch Regie.

DORTMUND

, 24.03.2016, 08:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
"Batman v Superman": Keine Super-Mimen

Duell der Titanen: Ben Affleck (l). als Batman und Henry Cavill als Superman

Der neue Film knüpft an Snyders "Man Of Steel" an, wenn er zu Beginn eine Apokalypse beschwört, die sonst zum Showdown taugt. Hochhäuser zerbröseln unter Attacken vom Planeten Krypton. Bruce Wayne, also Batman (Ben Affleck) steht in einem Trümmerfeld, das nach dem elften September modelliert ist.

Einfache Geschichte umständlich erzählt

Danach wird es konfus, weil das Drehbuch eine simple Geschichte umständlich erzählt. Motive werden angerissen und abgehakt. Batmans Gothic-Flair? Futsch und verschwunden. Nebenstränge sind schlecht integriert, der Plot ist total überladen. Begründungen und Zusammenhänge bleiben vage. Der größte Lapsus ist aber, dass absolut nicht plausibel wird, warum Batman in Superman (Henry Cavill) den Feind sieht.

Groß wird debattiert, ob der Gottgleiche aus dem All über dem Gesetz stehe. Eine Senatorin (Holly Hunter) zerrt Superman vor einen Ausschuss. Batman lädt derweil seine Hassbatterie, er will den Stählernen in die Knie zwingen.

Der Schurke ist ein Bubi

Strippenzieher hinter den Kulissen ist der von Jesse Eisenberg gespielte Lex Luthor, Supermanns Erzfeind. Gilt die Faustregel, ein Film sei so gut wie sein Schurke, dann ist "Batman v Superman" kein wirklich guter Film. Eisenbergs Luthor ist ein fahriger Bubi-Nerd mit schwarzer Seele, bloß ein müder Abklatsch von Heath Ledgers Joker aus "The Dark Knight".

Ben Affleck hat sich Muckis antrainiert, was ihn noch nicht zum Schwergewichts-Mimen macht - so lala. Henry Cavill zeigt ein familienfreundliches Gesicht, das mehr nach Sauber- als nach Super-Mann aussieht. Amy Adams spielt seine Freundin Lois, wie Clark Reporterin.

Zur Sensation reicht es nicht

Die Sphären von Presse und Politik werden hastig angeleuchtet, bevor Zack Snyder zu großspuriger Action in 3D ausholt, die Hans Zimmer mit Wucht-Getrommel semi-spannend untermalt. Das Titanenduell wurde mächtig überdehnt: Wonder Woman mischt mit, den Militärs fallen immer nur Atomwaffen ein, das Scheusal aus Luthors Labor macht auf King Kong. Es rumpelt, es blitzt und tost bis ins All - zur Sensation reicht es nicht. Trotz eines Todesfalls, den wir auf Extra-Bitte des Regisseurs nicht ausplaudern dürfen.