Bauer sucht Frau in Frankreich

Neu im Kino

Vater Jean (Gérard Depardieu) und Sohn Bruno (Benoit Poelvoorde) sind auf der Agrarmesse in Paris und hoffen, dass ihr Bulle prämiert wird. Preiswürdig ist aber nur Brunos Trinkverhalten. Er leert einen Wein nach dem anderen, landet am Ende da, wo er hingehört: im Dreck bei den Ferkeln.

13.10.2016, 18:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bauer sucht Frau in Frankreich

Jean (Gérard Depardieu) als Jean und Jennifer (Solène Rigot)

Was für ein Jammerlappen. Kein Geld, kein Benehmen, kein Schlag bei den Frauen. Ein Landei wie aus dem Bilderbuch ist der heimliche Held in "Saint Amour", einer derben Filmfarce von Gustave Kervern und Benoit Delépine.

Roadmovie

Brunos Papa will dem missratenen Filius wahre Weinkultur zeigen, chartert ein Taxi, und ab geht es ins Beaujolais. Ein Roadmovie mit zwei abgehalfterten Kerlen und einem Lügenbaron von Taxifahrer (Vincent Lacoste).

Sie fahren und quatschen, meist über das andere Geschlecht. Bauer sucht Frau auf französisch. Groteskes, Peinliches, Unflätiges reiht sich aneinander. Papa landet bei einer Dame. Sohnemann auch, was aber nicht zählt. Er dient nur zu Demonstrationszwecken.

Schrottfilm

Als Pensionswirt lässt Michel Houellebecq sein ebenfalls verbrauchtes Gesicht sehen, was der Komik nicht auf die Sprünge hilft. Das ist so langatmig wie unwitzig, möchte wohl politisch unkorrekt sein, hat aber weder Biss noch Herz. Poelvoorde ("Das brandneue Testament") stiehlt mit seiner schwitzigen Präsenz Depardieu die Schau, bleibt aber der traurige Tropf, von dem wir nicht wissen, ob wir ihn hassen oder bemitleiden.

Gegen Ende wird es richtig abgeschmackt, als drei Kerle auf derselben (hübschen) Frau zu liegen kommen, egal wie fett und hässlich sie sind. Parodie auf die Altherren-Fantasien des französischen Kinos? Egal - es ist trotzdem ein Schrottfilm.